BI Dell sammelt ab sofort Unterschriften

Von: Gerald Eimer
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Aachen. Das wochenlange Warten der Mitglieder der Richtericher Bürgerinitiative BI Dell hatte am vergangenen Dienstag, kurz vor 20 Uhr ein Ende. Seitdem liegt die städtische Kostenschätzung für das geplante Neubaugebiet Richtericher Dell vor, von dem sich die Stadt einen zweistelligen Millionengwinn verspricht und das die BI Dell nun mittels Bürgerbegehren verhindern will.

Ab sofort läuft somit die Zeit für die Unterschriftensammlung. Exakt sechs Wochen bleiben der Bürgerinitiative, um rund 7800 Unterstützer zu finden. Deren Daten müssen dem Oberbürgermeister am 24. Juni übergeben werden. Sofern alle Unterschriften korrekt sind, muss sich der Stadtrat dann erneut mit den Neubauplänen im Aachener Norden befassen.

Sollte er seiner bisherigen Linie treu bleiben, wird es in Aachen zu einem weiteren Bürgerentscheid kommen. Es wäre der vierte in der Geschichte der Stadt nach den Abstimmungen über den Verkauf der Wohnungsgesellschaft Gewoge (2002), das Bauhaus Europa (2006) und die Campusbahn (2013). Die Bürger würden voraussichtlich Ende November/Anfang Dezember über eine Bebauung der Dell entscheiden.

Aus Sicht der Verwaltung und der großen Fraktionen CDU, SPD und Grünen ist das neue Wohnbaugebiet unverzichtbar, um die steigende Nachfrage nach Wohnungen zu befriedigen. Bis zu 3000 Menschen sollen in der Richtericher Dell eine neue Heimat finden. Die BI-Dell argumentiert hingegen, dass die Planungen auf längst überholten Bevölkerungsprognosen beruhen.

Unter dem Motto „Flächenfraß ohne Maß“ zieht sie gegen die Bebauung besonders schützenswerter Böden zu Felde. Sie hat unter anderem auch Naturschützer auf ihrer Seite und setzt bei der Unterschriftensammlung zudem auf die Unterstützung anderer Bürgerinititiven im Stadtgebiet. Die Initiativen haben sich am Donnerstag formiert, um generell enger zusammenzuarbeiten und damit einen neuen „Machthebel“ für die Bürger zu schaffen, wie es BI-Dell-Sprecher Peter Philippen-Lindt ausdrückt.

Größter Streitpunkt zwischen der Initiative und der Verwaltung dürften nunmehr die kalkulierten Erschließungskosten sein. Während die Stadt nach dem Verkauf der Baugrundstücke mit einem Gewinn von 10,7 Millionen Euro rechnet, ist die BI Dell überzeugt, dass dies „schön gerechnet“ ist und auf die Steuerzahler eine „dauerhafte Mehrbelastung“ zukomme.

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