Bezirke fordern den Erhalt des City-Service

Von: Peter Langohr
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Gefährdeter Job: Vertreter vom City-Service aus den Bezirken übergaben den Bezirksbürgermeistern Unterschriftenlisten für den Erhalt ihrer Arbeit. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Dass die geballte „Macht” der sechs Bezirksbürgermeister der Aachener Außenbezirke im Eilendorfer Bezirksamt zur Pressekonferenz auflief, zeugt davon, wie sehr den Bürgern in Laurensberg, Richterich, Haaren, Eilendorf, Brand und Kornelimünster/Walheim das Thema „City Service” auf den Nägeln brennt.

Unterstrichen wurde dies durch eine Liste mit mehreren hundert Unterschriften, die sechs Mitarbeiter des City-Service den Bezirksbürgermeistern überreichten.

Mit den Unterschriften, die in etwas mehr als einer Woche gesammelt wurden, plädieren die Bürger der Außenbezirke für den Erhalt „ihres” City-Service. Dessen Mitarbeiter sehen sich dadurch in ihrer Arbeit bestätigt und baten daher noch einmal eindringlich um Unterstützung.

Damit rannten sie bei den Bezirksbürgermeistern offene Türen ein, die einmütig darlegten, dass der City-Service gerade in den Außenbezirken unverzichtbar sei. Beeindruckend sei, so Eberhard Büchel (Kornelimünster/Walheim), dass die Mitarbeiter des City-Service ihre Arbeit auch als Gelegenheit verstehen, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Das zeuge von der hohen Arbeitsmoral, die man auch in der täglichen Arbeit des Dienstes erkenne.

Christian Krenkel (Laurensberg) bekräftigte, die City-Service-Teams hätten sich die Sorgen der Bürger um Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit zu eigen gemacht und wüssten, wo der Schuh drücke. Daher würden sie verstärkt die neuralgischen Punkte im Auge behalten, um im Sinne der Bürger präventiv tätig zu sein.

Missstände gemeldet

Elke Eschweiler (Eilendorf) merkte an, sie wisse nicht, wer die Arbeit des City-Service sonst tun solle. Alleine im vergangenen Jahr habe das Zwei-Mann-Team in Eilendorf über 1000 Meldungen über kleinere oder größere Missstände gefertigt.

Marlis Köhne (Richterich) zielte in die gleiche Richtung, als sie darauf hinwies, dass man in der Innenstadt den City-Service vielleicht nicht so dringend brauche, in den Außenbezirken jedenfalls sei er unverzichtbar. Vor allem aber dürfe man die soziale Komponente nicht außer Acht lassen, die in der Beschäftigung dieser Menschen liege.

Kritisches kam von Ferdinand Corsten (Haaren). Die hervorragende Arbeit der Teams des City-Service dürfe nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach Streichung der Bundesmittel für die Overhead-Kosten (Verwaltung, Schulung, Betreuung, Ausstattung der Teams) die Stadt aufgrund der prekären Haushaltslage nicht in der Lage sei, diese Kosten zu übernehmen. Hier sei zunächst das Sozialwerk Aachener Christen als Träger der Maßnahme gefordert, klar darzulegen, um welche Summen es gehe. Dann könne man weitersehen.

Nicht ganz einverstanden mit dieser Sicht der Dinge war Herbert Henn (Brand). Wenn man es in den Außenbezirken durch bürgerschaftliches Engagement schaffe, einen Beitrag zum Erhalt des City-Service zu leisten - wie etwa in Brand von Seiten des Bürgervereins und der Interessengemeinschaft Brander Handel, Handwerk und Gewerbe angedacht - dann könne man die Stadt nicht aus der Verantwortung entlassen, auch ihr Scherflein beizutragen.

Einigkeit herrschte jedoch bei allen Beteiligten darüber, dass man zunächst abwarten muss, bis alle Zahlen auf dem Tisch liegen, ehe man konkret über einen Beitrag der Außenbezirke nachdenken kann. Dabei ist allen klar, dass Spendenaktionen wenig hilfreich sind, sondern dass es gelingen muss, zu einem fest vereinbarten Sockelbeitrag mit längerer Laufzeit zu kommen, um die erforderliche Kontinuität der Arbeit des City-Service zu gewährleisten.
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