Aachen - Besucherrekord beim Karlsfest zum Auftakt des Karlsjahres

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Besucherrekord beim Karlsfest zum Auftakt des Karlsjahres

Von: Nina Krüsmann
Letzte Aktualisierung:
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Tierische Freude: Das mittelalterliche Programm auf dem Markt und im Rathaus zieht mit 7338 Besuchern so viele Menschen an, wie nie zuvor beim Karlsfest. Foto: Martin Ratajczak (4), Andreas Seindl (1)

Aachen. Wäre Karl der Große ein moderner Fußballspieler, dann würde er wohl kaum bei der Alemannia spielen. Nein, Aachens berühmtester Sohn wäre zu höherem berufen. Das meint zumindest Oberbürgermeister Marcel Philipp.

Denn mit den Worten „Karl der Große gehört der Champions League der Historie an“ eröffnete das Stadtoberhaupt am Sonntag das Karlsfest im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Und eben weil Karl der Große kein Fußballspieler der heutigen Zeit ist, sondern ein vor exakt 1200 Jahren verstorbener Herrscher, war es ein besonderes Karlsfest, das der OB am Sonntag eröffnete, nämlich der Auftakt zum Karlsjahr 2014. Und (fast) ganz Aachen war dabei, denn am Abend meldete OB-Referent Alexander Lohe mit 7338 Menschen einen Besucherrekord für das Karlsfest.

Und die bekamen viel zu sehen. Das Patronatsfest der Karlsschützen-Gilde etwa war einer der Höhepunkte des Festtages, der mit einem Pontifikalamt im Dom begann. Bischof Heinrich Mussinghoff beleuchtete in seiner Predigt das Leben Karls des Großen und ging der Frage nach, warum er als Heiliger verehrt wird. „Auf der einen Seite hat Karl viele und grausame Kriege geführt. Auf der anderen Seite hat er Kirchen und Klöster gegründet, Glauben und Bildung gefördert und für einheitliche Bibeln und liturgische Bücher gesorgt.

Er ist ein religiöser Mensch gewesen, der morgens und abends am Stundengebet und an der Eucharistiefeier in der Pfalzkapelle teilgenommen hat“, sagte Mussinghoff. Aus heutiger Sicht sei nur schwer nachvollziehbar, wie Karl Frömmigkeit und Brutalität vereinbaren konnte – etwa bei der Ausschaltung von Rivalen oder bei der drakonischen Christianisierung der Sachsen. Heute seien die Kriterien anders. „Als Schlüssel seines Handelns muss man seine Herrschaftsauffassung sehen. Seine Herrschaft hat Karl verantwortet vor Christus, nicht vor den Fürsten, nicht vor dem Volk“, betonte der Bischof.

Hochklassiges Musikprogramm

Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt zum Karlsfest vom Aachener Domchor, dem Sinfonieorchester Aachen und Vokalsolisten unter der Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet und Domorganist Professor Michael Hoppe an der Orgel.

In einem großen Festzug begleitet von der Musikvereinigung Roetgen ging es anschließend zum Rathaus, wo der Oberbürgermeister die geladenen Gäste und viele interessierte Bürger begrüßte. Gegen Mittag hatten sich bereits lange Warteschlangen vor den Eingängen gebildet. „An Karl kommt niemand vorbei, denn es hat nur wenige Persönlichkeiten wie ihn gegeben“, betonte Philipp. Man gedenke mit dem Karlsfest einer ausgesprochenen Herrscherpersönlichkeit, die ungezählte Impulse für die Völker in seinem Reich und Fundamente für Kultur und Bildung gesetzt habe.

Viele Amts- und Würdenträger gaben sich zu diesem bedonderen Karlsfest in Aachen die Ehre, darunter beispielsweise auch Seine Kaiserliche Hoheit Karl von Habsburg-Lothringen, Erzherzog von Österreich. Er stellte die große Relevanz Karls für unser heutiges Europa heraus.

Im Foyer des Rathauses war die obligatorische Karlswurst der Renner. Die Limburger Ritterschaft bot heißen Met an. Das mittelalterliche Fest wird traditionell von der Rathausgarde Öcher Duemjroefe gemeinsam mit der Fleischer-Innung Aachen und dem Eynevolk organisiert. Zu Ehren des „Kejsers va janz Oche“ war der Eintritt im Rathaus und in der Domschatzkammer frei.

Großer Andrang vor Karls Tür

Dort war der Andrang besonders groß, wo die Tür Karls des Großen zu sehen war. Die 1200 Jahre alte Holztür verband früher den Palast Karls des Großen mit dem Aachener Dom. Und nicht nur Karls Türe, auch sein Thron im Dom zog die Besucher in Scharen an. Am Nachmittag führte das Eynevolk auf dem Markt mittelalterliche Tänze und Schaukämpfe auf. Ein Orgelkonzert beendete das Karlsfest schließlich – allerdings nur vorerst. Denn am morgigen Dienstag, dem eigentlichen Todestag Karls des Großen, führt die Schola Carolina unter Leitung von Dr. Michael Tunger um 20 Uhr eine „Liturgische Vesper“ aus dem mittelalterlichen Karlsoffizium „Regali Natus“ in der Aula Carolina, Pontstraße 7-9, auf. Außerdem gibt es vorab eine Reihe von Vorträgen und Führungen auf den Spuren des großen Kaisers rund um Dom und Rathaus.

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