Aachen - Besucher stehen beim Affentheater in Reihe eins

Besucher stehen beim Affentheater in Reihe eins

Von: Nicola Gottfroh und Julia Tran
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In dem neuen Freigelände füh
In dem neuen Freigelände fühlen sich die Totenkopfaffen richtig wohl - da macht das Affentheater gleich mehr Spaß. Foto: Andreas Hermann

Aachen. Die Alpakas und Nandus im Aachener Zoo haben neue Nachbarn. Die sind zwar recht klein, dafür aber richtig wild und sehr verspielt.

Eingezogen in das 800 Quadratmeter große Gelände zwischen Bäumen, meterlangen Kletterseilen und Steinen sind die sechs kleinen Totenkopfaffen des Zoos. Die Tiere, die die meisten Kinder sonst nur aus dem Fernsehen als ständigen Begleiter von Pippi Langstrumpf kennen, können in dem neuen Gehege von allen Seiten und aus der Nähe bei ihrem lustigen „Affentheater” bestaunt werden.

„Das freut die Besucher, vor allem aber die Tiere”, sagt Zoodirektor Wolfram Graf-Rudolf. Denn auf dem neuen Gelände haben die aktiven Äffchen viel mehr Platz, um sich richtig auszutoben. In dem mit großen Bäumen bepflanzten Gelände können sie ausgelassen von Ast zu Ast springen, auf Seilen balancieren oder entlanghangeln. „Das ist doch mal ein Affenspielplatz”, sagt der Zoodirektor nicht ohne Stolz. „Hier können die Tiere richtig Gas geben!”

Platzmangel ade

Dass die Tiere Gas geben, das hat auch der Direktor in der Vergangenheit nur selten erleben können: Bislang lebten die Tiere in einem sehr kleinen Käfig. So ausgelassen zu toben wie im neuen Domizil - unmöglich. Für die „Nachmieter”, die winzigen Zwergseidenaffen, ist der Käfig jedoch groß genug.

Die neue Wohnsituation macht sich auch im Essverhalten der Totenkopfaffen bemerkbar: „Die Kleinen sind jetzt zwar aktiver, fressen aber ein Drittel weniger vorbereitete Nahrung”, hat Graf-Rudolph festgestellt.

Denn in ihrem neuen Domizil gehen die Kleinen jetzt selbst auf Beutejagd. „Schnecken und andere Kleintiere mögen sie besonders gern”, erzählt der Direktor und fügt hinzu: „Einmal hatte die Gruppe sogar kleine Vögel zwischen - man darf es ihnen nicht verübeln. Sie sind ja schließlich Jäger”, sagt er. Just in diesem Moment verirrt sich eine Taube in den Affenbaum und bekommt dafür prompt die Abreibung für diesen Hausfriedensbruch. Ja, der Männergruppe scheint das neue Gehege sichtlich zu gefallen.

Wollen die Tiere bei so viel neu gewonnenem Freiraum nicht auch mal die Welt jenseits des Affenspielplatzes erkunden? „Die Frage haben wir uns auch zuerst gestellt - ein kleines Risiko bestand immerhin. Aber die Affen sind klug, sie spüren, dass ihnen der unscheinbare Zaun gefährlich werden könnte und unter Strom steht”, erklärt der Zoodirektor. Und Grund zum „ausbüxen”, den gebe es ja auch nicht, findet er.

Das neue Zuhause hat schließlich mehr zu bieten als nur einen Affenspielplatz. Denn wenn die Kleinen genug vom Toben und Herumtollen haben, können sie sich in das Südamerikahaus, ihr „Affenhaus”, zurückziehen. Dort ist es im Sommer angenehm kühl und im Winter mollig warm - das ganze Haus wurde für die Bewohner neu ausgebaut, renoviert und isoliert.

Und auch dort können sie nun selbstbestimmter Leben als in der Vergangenheit. Denn ob sie nun zur Mittagsruhe ins Affenhaus kommen, oder draußen vor den Augen der Besucher weiterhin das Affentheater treiben, bleibt ihnen selbst überlassen. „Über die ?Affenabschussrampe, einer langen Brücke vom Haus bis ins Freigehege, können die Tiere rein und raus wie sie lustig sind”, erklärt der Leiter des Zoos.
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