Aachen - Bestnote für fünf Stollen: Prüf-Aktion auf dem Weihnachtsmarkt

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Bestnote für fünf Stollen: Prüf-Aktion auf dem Weihnachtsmarkt

Von: Rolf Hohl
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Geschmack, Geruch, Aussehen und Krumenbild: Reiner Packbier und Karl-Ernst Schmalz (v. l.) prüften die Stollen auf dem Weihnachtsmarkt, Moderater Heinz Klein erklärte dem Publikum die Kriterien. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Auf das Marzipan möchte ich nicht verzichten!“ Damit hält es Heinz Klein ähnlich wie die meisten Aachener, wenn es um die Zutaten für ihren Weihnachtsstollen geht. Der Obermeister der Bäckerinnung Aachen begleitete am Dienstag die öffentliche Stollenprüfung auf dem Weihnachtsmarkt im Katschhof.

Dabei brachte er dem Publikum nicht nur die Herstellung des beliebten Aachener Gebäcks näher, sondern musste sich auch den kritischen Fragen diverser Freizeitbäcker stellen.

„Das Bäckerhandwerk hat sich im Laufe der Zeit stark verändert, aber die Nähe zum Verbraucher ist noch immer sehr wichtig“, ließ Klein von der Bühne am Rathaus verlauten. Diese Nähe suchte er denn auch sogleich und lud die Anwesenden immer wieder dazu ein, das Testen der Stollen nicht alleine den Experten zu überlassen und selbst zu kosten.

Ein Angebot, das regen Anklang fand. In persönlichen Gesprächen beantwortete Klein auch die Fragen der Zuschauer, wie etwa jene nach der Formgebung des Stollens. „Ob man dazu eine Backform verwendet oder nicht, ist letztlich jedem selbst überlassen“, so seine pragmatische Lösung. Selbst bei so einem traditionsreichen Gebäck gibt es also noch allerlei Freiheiten.

Auf der Bühne arbeiteten die beiden Bäckermeister Rainer Packbier und Karl-Ernst Schmalz eine detaillierte Liste an Kriterien ab. So wurde neben Geschmack, Geruch und Aussehen auch etwa das Krumenbild bewertet. Von den 13 geprüften Stollen erreichten am Dienstag gleich fünf die Bestnote. Und auch die restlichen hatten nur geringfügige Mängel wie etwa eine ungleichmäßige Verteilung des Puderzuckers. „Insgesamt also ein sehr gutes Ergebnis für das Aachener Bäckerhandwerk“, konstatierte Klein.

Die Stollenprüfung findet alljährlich statt. Sie dient vor allem der Qualitätssicherung und dem Erhalt des regionalen Bäckerhandwerks mit seinen Spezialitäten. Auch wenn die Zahl der Bäckereibetriebe in der Region Aachen von mehreren hundert auf ungefähr 30 gesunken ist, leide die Vielfalt kaum. „Um weiter wirtschaftlich arbeiten zu können, müssen Bäckereien heute ein gewisses Volumen verarbeiten können. Allerdings unterscheiden sich die verbliebenen Betriebe und ihre Produkte sehr stark untereinander, so bleibt die Individualität gewahrt“, sagte Klein.

Getestet wird das ganze Jahr

Die Bäckerinnung prüft neben den Stollen das ganze Jahr über eine Vielzahl an Backerzeugnissen. Die Resultate dieser Tests können dann für jeden Betrieb einzeln im Internet (www.brot-test.de) eingesehen werden. „Eigentlich beginnen wir mit der Prüfung ja schon im Oktober“, bemerkte Bäckermeister Karl-Erich Schmalz zum Schluss, „aber mir persönlich steht bei 20 Grad der Sinn nicht gerade nach Stollen.“

Da hatte er am Montag Glück, bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.

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