Aachen - Berufsinformationstag: Chance auf Lehrstelle oder Praktikum

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Berufsinformationstag: Chance auf Lehrstelle oder Praktikum

Von: Nils Heinichen
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Gespräche über die Hauptschule: von links Gerd Johnen, Rudolf Henke, Annett Koch-Thoma, Matthias Fischer und Michael Geurtz. Foto: Roeger

Aachen. Wie steht es um die Zukunft der Aachener Hauptschulen? Welche Vorzüge weisen sie gegenüber anderen Schulformen auf? Welche Wünsche haben sie für die Zukunft? Diese und andere Fragen diskutierten Schulleitung und Lehrer der Gemeinschaftshauptschule Drimborn mit dem Aachener CDU-Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke.

Hauptanlass für das Gespräch war der Berufsinformationstag der Schule am Samstag (11 bis 14 Uhr), der bereits zum dritten Mal veranstaltet wird.

Rund 20 Firmen und Betriebe stellen dann verschiedene Berufe vor. So haben bisher unter anderem die Schumag AG, die Handwerkskammer und die Aseag zugesagt. „Der Berufsinformationstag ist ein ganz wichtiges Standbein an unserer Schule geworden“, erklärt Schulleiterin Annett Koch-Thoma.

Berufswahlkoordinator Matthias Fischer ist es erneut gelungen, ein buntes Spektrum der Aachener Betriebe zur Schule zu locken. „Die Schüler können sich direkt vor Ort ein Praktikum oder sogar eine Lehrstelle sichern“, erklärt Fischer. „Es ist einfach wichtig, dass sie einen direkten Zugang zum Beruf bekommen.“ Für den ehrenamtlichen Helfer an der Schule, Gerd Johnen, ist besonders wichtig, dass die Schüler sich selbst ausprobieren können. „Ob Schweißen, Löten oder Schreinern. Am Berufsinformationstag können sie alles einmal austesten“, erzählt der Senior, der die Schüler auf ihrem Weg ins Berufsleben unterstützt.

In den vergangenen beiden Jahren ist der Berufsinformationstag hervorragend angekommen. „Das ist auch eine Wertschätzung für die Hauptschulen, wenn die Firmen zu uns kommen“, freut sich Annett Koch-Thoma über die vielen Zusagen für dieses Jahr. Schließlich hat die Schule, genau wie viele andere Hauptschulen, mit Vorurteilen zu kämpfen.

Mit über 400 Schülern ist die GHS Drimborn zwar die größte Aachener Hauptschule, fürchtet auf Dauer allerdings um ihren Stellenwert „Momentan gibt es noch sechs Hauptschulen in Aachen. Davon werden jedoch bald nur noch drei verbleiben.

Die Anmeldezahlen reichen einfach nicht aus“, sagt Konrektor Michael Geurtz. „Wir liegen mit unseren Zahlen absolut im Soll, doch haben auch wir keine langfristige Planungssicherheit“, fügt Koch-Thoma an. Trotz einer Empfehlung für die Hauptschule schickten viele Eltern ihre Kinder trotzdem zur Realschule oder zum Gymnasium. „Dort kommen die Kinder dann nicht mit und sind schnell frustriert, wenn sie die Schule wechseln müssen.“

„Die Hauptschule ist keine Sackgasse. Sie bietet viele Möglichkeiten. Das wissen viele Eltern nicht“, betont Koch-Thoma. Auch Rudolf Henke bedauert die Entwicklung. „Heute herrscht die Ideologie: Das Leben fängt erst mit dem Abitur an. Das ist aber nicht so“, so der Abgeordnete.

Für die Zukunft wünscht sich die Schule, dass „man weiterhin im kleinen, intakten System arbeiten kann“. „Unsere Schülerklientel braucht einen engen Bezug zum Kollegium. Dafür sind zu groß werdende Schulen nicht förderlich“, argumentiert Michael Geurtz. Darüber hinaus strebt die Schule an, offiziell als Sekundarschule bezeichnet zu werden. „Wir wollen unsere pädagogische Arbeit in diesem Rahmen weiterführen. Unter welchem Namen letztlich auch immer“, so Geurtz.

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