Berliner Ring: Flüchtender Pkw von leerem Bus gerammt

Von: Marco Rose und Heiner Hautermanns
Letzte Aktualisierung:
Unfall Berliner Ring
Am Montagnachmittag hat es auf dem Berliner Ring einen schweren Verkehrsunfall gegeben. Foto: Ralf Roeger
Unfall Berliner Ring
Am Montagnachmittag hat es auf dem Berliner Ring einen schweren Verkehrsunfall gegeben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Filmreife Szenen spielen sich Montag gegen 15 Uhr auf der A 544 am Autobahnkreuz Aachen ab: Ein Polizeifahrzeug fährt dicht hinter einem dunklen Dreier-BMW mit Gelsenkirchener Kennzeichen und fordert diesen per Lichtsignal auf, ihm zu folgen. Nach Informationen der „Nachrichten“ bestand der Verdacht, dass der 38 Jahre alte Fahrer unter Drogeneinfluss stand.

Der BMW drosselt zunächst sein Tempo, fährt mit dem Polizeiwagen im Schlepptau auf die Spur der Ausfahrt Richtung Würselen. Nur wenige Meter vor der Abfahrt gibt der Fahrer jedoch Vollgas und schert nach links aus. Kurz sieht es so aus, als gerate der BMW ins Schleudern, doch der Fahrer fängt den Wagen wieder ab. Die Polizei hat zunächst einige Mühe, dem BMW zu folgen.

Der Nachmittagsverkehr ist zu diesem Zeitpunkt allerdings sehr dicht, auf beiden Spuren sind die Autos nur mit Tempo 100 unterwegs. Der Flüchtende kann sich deshalb kaum absetzen. In rasender Fahrt geht es hinab in den Aachener Kessel, wobei der BMW-Fahrer mehrfach die Spuren wechselt und sich durch den Verkehr schlängelt, um die Polizei abzuhängen. Dies gelingt ihm aber nicht, er verlässt daher mit hoher Geschwindigkeit die Autobahn an der Ausfahrt „Rothe Erde“, rast hinunter zum Berliner Ring, wo er nach rechts abbiegen will, aber einem dort fahrenden, vorfahrtsberechtigten, glücklicherrweise bis auf den Fahrer unbesetzten Bus in die Quere kommt.

Dieser prallt im Einmündungsbereich mit großer Wucht in die Fahrerseite des Flucht-BMWs, gerät selbst außer Kontrolle wird durch die enorme Wucht des Zusammenstoßes nach links abgelenkt und schießt über die Mittelinsel auf die Gegenfahrbahn, wo er noch gegen die Fahrerseite eines Ford prallt, diese herumschleudert und quer zur Fahrbahn zum Stehen kommen lässt.

Dabei trägt der Fahrer des BMW, der von der Feuerwehr mit schwerem Gerät aus der Zwangslage hinter dem Sportlenkrad befreit werden muss, schwere Verletzungen davon. Lebensgefahr kann nach den Worten von Jürgen Robens von der Leitstelle der Polizei nicht ausgeschlossen werden. Sein Beifahrer wird leicht verletzt. Schwere Verletzungen erleidet auch der 47-jährige Ford-Lenker, der ebenfalls von der Feuerwehr aus dem Wagen geschnitten werden muss. Alle drei werden in die umliegenden Krankenhäuser gebracht. Der Busfahrer kommt dagegen ohne Blessuren davon.

So fürchterlich ist der Aufprall in beiden Fällen, dass der Berliner Ring über Dutzende Meter mit Splittern und Trümmerteilen übersät ist. Der silberne Ford Focus C-Max steht auf dem knapp fünf Meter breiten Rad-/Gehweg, das hintere rechte Rad ist abgerissen, sogar der weiße Streifen auf dem Asphalt wurde abradiert. Der Bus landet quer zur Fahrbahn kurz vor einem Weidezaun, die Front stark zerstört, die Scheibe zersplittert. Seine vordere Stoßstange liegt auf der Mittelinsel. Am schlimmsten aber hat es den Flucht-BMW-erwischt, der erst 50 Meter weiter zum Stillstand gekommen ist. Das abgeschnittene Dach liegt neben dem Wrack.

Die Polizei sperrt sofort den Berliner Ring zwischen der Jülicher Straße und der Charlottenburger Allee komplett ab. Der Verkehr aus Richtung Eilendorf wird auf die Autobahn geleitet oder kann auf dem Ring wenden, um in Richtung Breslauer Straße zu fahren. Auf dem Prager Ring, der ohnehin durch eine Baustelle im Kreuzungsbereich Jülicher Straße um eine Spur reduziert ist, und in der gesamten Umgebung bilden sich besonders im Berufsverkehr lange Staus. Die Sperrung zieht sich nämlich über Stunden hin, weil von der großräumigen Unfallstelle zur Beweissicherung noch Bilder aus der Luft von einem Hubschrauber aus gemacht werden müssen.  Erst um 17.40 Uhr können die Absperrungen wieder aufgehoben und der Berliner Ring wieder freigegeben werden.

Wegen des Verdachts auf Drogeneinfluss wird dem Unfallverursacher im Krankenhaus eine Blutprobe entnommen. Außerdem besteht der Verdacht, dass er den Pkw ohne gültige Fahrerlaubnis gesteuert hat. Polizeihauptkommissar Robens: „Ein Strafverfahren wurde eingeleitet.“


Leserkommentare

Leserkommentare (6)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert