Aachen - Bei Hooters isst das Auge mit: Bedienung als Blickfang

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Bei Hooters isst das Auge mit: Bedienung als Blickfang

Von: Werner Breuer
Letzte Aktualisierung:
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So sieht´s aus, wenn Hooters-Girls Bier servieren.

Aachen. Als das Wichtigste bei einem Restaurant gilt gemeinhin die Küche. Die amerikanische Kette „Hooters” hingegen rückt die Bedienung in den Blickpunkt. Bier und Burger werden nicht von Kellnerinnen serviert, sondern von „Hooters-Girls”.

Die sehen in der Regel so aus, wie Männer glauben, dass Frauen so aussehen sollten. Solche wohlgeformten jungen Damen sollen ab Herbst auch in der Pontstraße für ein appetitliches Ambiente sorgen.

„Wir haben am 1. Juli das bisherige Restaurant Pera übernommen”, sagt Michael Rennig, der Chef der „Wings of Germany AG”. Die betreibt in Deutschland schon vier Hooters-Filialen, eröffnet in Berlin gerade die fünfte und will mit dem Restaurant an der Pontstraße 95 mit der Startnummer sechs seine Expansion fortsetzen. Den Markt im Westzipfel hatten Rennig und sein Team schon vor Monaten unter die Lupe genommen und für lukrativ befunden.

„Die Aachener sind sehr sportbegeistert”, weiß Rennig, „und der Faktor Sport spielt bei uns eine große Rolle.” Auf 16 Bildschirmen sollen die Restaurantbesucher Leibesübungen aller Art verfolgen können, „nicht nur Fußball, sondern auch Basketball oder Reiten, was ja in Aachen eine große Rolle spielt”.

Sportlich ist denn auch das Outfit der Hooters-Girls, die mit kurzen Shorts und knappen Shirts um einiges leichter bekleidet sind als ein klassischer Oberkellner. „Sexy, aber nicht anzüglich”, beschreibt Rennig die Erwartungen an den Auftritt des Personals.

Für das Niveau der Pontstraße sei das alles nicht sonderlich erhebend, fürchtet Ali Yüce. Der Betreiber von mehreren dort ansässigen Lokalen - darunter etwa „Molkerei” oder „Magellan” - und Sprecher der Gastronomen in der Interessengemeinschaft Pontviertel beobachtet mit wachsendem Verdruss eine Entwicklung „hin zur Imbissmeile”, wo vieles nur noch über die „Billig-Schiene” laufe.

Und nun erscheine zu allem Überfluss noch eine amerikanische Kette, „die nicht mit gastronomischen Leistungen” auftrumpfen wolle. „Das Niveau wird weiter sinken”, meint Yüce, schließlich mache Hooters nicht wegen seiner Speisekarte, sondern wegen des Service von sich reden.

Dafür tut Michael Rennig auch allerhand: Wenn per Casting die Hooters-Girls rekrutiert werden, laufen schonmal TV-Kameras mit, die Bilder werden dann in unterschiedlichen Fernsehformaten ausgestrahlt. Ein Vorstellungsgespräch beginnt üblicherweise mit einem Foto-Shooting. „Die Girls stehen im Mittelpunkt,” erklärt Rennig, „das muss man auch mögen.”

Die Mädels, die es nicht mögen, merken es also früh genug und haben später keinen Ärger mit der Kundschaft, die auch mal das Foto-Handy zückt. Rennig denkt da etwa an Diplom-Feiern oder andere Anlässe, bei denen die Kellnerinnen etwas zum Programm beitragen sollen. Auch Lücken im Sportprogramm sollen sie füllen, etwa mit Tänzen. „Das ist kein Table Dance”, stellt Rennig klar, „sondern eher solche Cheerleader-Animationen.”

Ein Table-Dance-Laden an der Pontstraße wäre dann vielleicht die nächste Stufe auf dem Weg nach unten, grämt sich Ali Yüce. „Wir sind keine prüden Leute”, sagt er, „wir machen auch Partys.” Aber die Pontstraße „als Synonym für das Studentenviertel” vertrage nicht allzuviel Ballermann-Flair.

Hooters-Betreiber Rennig kennt solche Befürchtungen. „Wir werden oft auf Ballermann reduziert.” Tatsächlich aber orientiere sich das Konzept am „american way of life”. Entsprechend soll das alte „Pera” bis zum Oktober in eine Strandbar mit Surfbrett-Dekor umgebaut werden, wo die Girls „eine spezielle Atmosphäre für den Gast schaffen”.

Gerade Kunden, die schon einmal in den USA waren, würden sich bei Hooters wohlfühlen, erklärt Rennig. Und im Übrigen stimme auch das Vorurteil nicht, nur Männer würden damit angelockt. „35 Prozent unserer Kundschaft sind weiblich.”

Für Teile des Pontstraßen-Publikums dürfte diese Quote zu niedrig sein.
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