Aachen - Begleitung und Hilfe beim Start ins Leben

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Begleitung und Hilfe beim Start ins Leben

Von: Margot Gasper
Letzte Aktualisierung:
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Jona (vorne rechts) hat das Down-Syndrom. Die Frühförderung der Lebenshilfe unterstützt ihn in seiner Entwicklung. Seine Mutter Lea Erkens schätzt auch den Austausch mit den anderen Müttern. Foto: Heike Lachmann

Aachen. In gut einer Woche, am 21. März, ist der Welttag der Menschen mit Down-Syndrom. Das Datum ist nicht ohne Symbolik. Denn bei Menschen mit Down-Syndrom ist das 21. Chromosom dreifach vorhanden. Das Down-Syndrom wird deshalb auch Trisomie 21 genannt. Die Lebenshilfe Aachen nimmt den weltweiten Aktionstag zum Anlass, auf ihre Frühförderung hinzuweisen.

Mit dieser interdisziplinären Diagnostik und Therapie begleiten Fachleute Kinder mit einer Entwicklungsverzögerung oder einem Handicap von der Geburt bis zur Einschulung.

„Aktuell betreuen wir rund 240 Kinder in Aachen und der gesamten Städteregion“, sagt Myriam Rosskamp, stellvertretende Leiterin der Frühförderung. „Zwölf der Kinder in der Frühförderung haben das Down-Syndrom.“

Jona ist eines dieser Kinder mit Down-Syndrom. Der Kleine ist elf Monate alt, und seine Mutter Lea Erkens kommt zweimal pro Woche mit ihm ins Therapiezentrum an der Lintert­straße in Aachen. Physiotherapie und Heilpädagogik stehen aktuell für Jona auf dem Therapieplan. Seine Mutter ist bei den Terminen dabei. Denn die therapeutischen Übungen führt sie zu Hause mit dem Kind fort. „In der Frühförderung hat man mir zum Beispiel gezeigt, wie ich Jona am besten hochnehme, damit seine Muskeln trainiert werden“, berichtet sie.

Neben der Arbeit mit den Kindern sei die Begleitung der Familien eine wichtige Säule der Frühförderung, erläutert Myriam Rosskamp. „Die Impulse aus der Therapie sollen zu Hause Früchte tragen.“

Alle 14 Tage gibt es bei der Lebenshilfe auch einen Gesprächskreis für Mütter. Lea Erkens schätzt dieses Austausch sehr. „Wir reden darüber, was der Alltag so bringt“, sagt sie. „Und wir stärken uns gegenseitig. Es ist gut zu wissen, dass man nicht alleine ist.“

„Normal, verschieden zu sein“

„Es ist normal, verschieden zu sein“: Mit diesem Motto überschreibt die Lebenshilfe ihre Arbeit. Eltern mit einem Kind mit Down-Syndrom müssen ihrer Umwelt allerdings oft erklären, dass ihr Kind ein ganz normales Kind ist, dass nur viele Entwicklungsschritte deutlich später kommen. „Tim ist einfach ein ganz normaler Junge“, sagt Eva Altenbernd über ihren Zweijährigen. „Wir haben zu Hause einen ganz normalen Familienalltag.“ Auch sie schätzt die Vernetzung und den Rückhalt in der Mütterrunde.

Miriam Robben formuliert das ähnlich. „Jedes Kind ist doch eine Lebensaufgabe“, sagt sie. Ihr Sohn Jonathan wird jetzt 22 Monate alt und wird ebenfalls in der Frühförderung der Lebenshilfe unterstützt. Im Gesprächskreis, berichtet sie, gehe es auch immer wieder um die Betreuung. Die Suche nach eine Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren ist für alle Eltern schwierig, weil es in den Kommunen nicht ausreichend Angebote gibt. Für Eltern, deren Kind einen besonderen Förderbedarf hat, ist die Suche nach einem Kita-Platz noch ungleich schwieriger. „Denn für U3-Kinder mit Behinderung gibt es so gut wie keine Betreuungsplätze“, beklagen die Mütter.

Bereits 2007 ist bei der Lebenshilfe ein Heft mit Texten und Bildern erschienen. Verfasst wurden die sehr persönlichen Beiträge von Eltern, die durch den Müttergesprächskreis der Frühförderung in Kontakt kamen. Der Titel der kleinen Sammlung: „Kinder mit Down-Syndrom sind wie vierblättrige Kleeblätter. Sie sind selten, und wenn man sie hat, hat man Glück.“ Es sind Texte, die in Zeiten einer umfassenden vorgeburtliche Diagnostik Mut machen sollen für ein Leben mit einem behinderten Kind. Die Lebenshilfe stellt auf Wunsch auch einen Kontakt zu den Familien her. Die Frühförderung der Lebenshilfe, Lintertstraße 150, ist erreichbar unter Telefon 0241/928250, E-Mail fruehfoerderung@lebenshilfe-aachen.de.

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