Aachen - Becken am Kranhaken sieht aus wie ein Blumentopf am Himmel

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Becken am Kranhaken sieht aus wie ein Blumentopf am Himmel

Von: Wolfgang Schumacher
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Leichtes Spiel hatte der 300-T
Leichtes Spiel hatte der 300-Tonnen-Kran aus Köln mit dem seltsamen Objekt am Kanthaken. Das Quellbecken schwebte sicher über die Dächer, die Tauben werden sich gewundert haben. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Was am Himmel dort oben am Kanthaken eines Riesenkrans so unscheinbar wie ein mittelgroßer Pflanzbottich für hübsche Blumenarrangements aussieht, entpuppt sich am Erdboden als ein elf Tonnen schweres Bauteil in doppelter Manneshöhe. Für den extra aus Köln angereisten fahrbaren Monsterkran, den der Aachener BLB (Bau- und Liegenschaftsbetrieb) bestellt hatte, war das Betonteil eher ein Opfer aus der unteren Klasse „Fliegengewicht”. Denn der Kran, so die Experten aus Köln, kann in einer extremen Belastung bis zu 300 Tonnen hieven.

Da war das sogenannte Quellbecken, das der BLB nach vollbrachten Drainagearbeiten im schmalen Innenhof des alten Justizgebäudes in den Boden einlassen musste, wirklich nur eine kleine Übung mal gerade zum Warmmachen.

Weil eine Menge Wasser im Innenhof des alten Justizgebäudes von oben aus den Regenrinnen wie gleichzeitig aus dem Grundwasserbereich dort zusammenfließt, musste ein Quellbecken zur Kanalisierung der Wassermengen installiert werden. Das Becken hat den entscheidenden Nachteil, nicht durch die damals in der wilhelminischen Zeit nur für schmale Kutschen gebaute Durchfahrt zu passen.

So sah sich das Justizzentrum am Donnerstagmorgen einer Invasion dicker Kranwagen und Tieflader ausgesetzt, die sich im sicherheitstechnisch problematischen Bereich vor der Gefangenenzufahrt des Gerichts postieren mussten. Insgesamt sieben tonnenschwere Laster schoben sich nach und nach in den großen Innenhof zwischen altem und neuem Gerichtsgebäude.

Sie alle mussten die steile Auffahrt von der Kongressstraße aus hochfahren, schwierig war auch die Neunzigradkehre auf dem Weg über den dortigen Parkplatz. Dann begann zunächst ein kleinerer Aachener Kran die Teile für den „dicken” Bruder aus Köln so zu positionieren, dass die Arbeiter sie zusammensetzen konnten.

Auch der alte Teil des Justizzentrums wird bis zum Ende des Jahres wieder in gutem Licht dastehen. Das wilhelminische Gebäude wird für 9,5 Millionen Euro erneuert, die Fassade zum Adalbertsteinweg ist nach der Durchsanierung des Innenlebens der letzte Akt der Arbeiten, die bis zum Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen. Das neue Zentrum kostete 80 Millionen Euro und wurde zur Jahreswende 2007/2008 von den Justizbehörden bezogen.
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