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Baustellen ohne Ende: SPD sauer

Von: Alfred Stoffels
Letzte Aktualisierung:
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Es dauert: Auch auf der Krefelder Straße befindet sich zurzeit eine der vielen Aachener Baustellen, besonders im Berufsverkehr staut es sich. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Die SPD ist am Dienstag zum verkehrspolitischen Großangriff auf Schwarz-Grün und die zuständigen Verwaltungseinheiten angetreten. Der Vorwurf: ziemlich komplettes Versagen bei der Organisation der Baustellen im öffentlichen Straßenraum.

Permanent, so das Monitum der Sozialdemokraten, werde an allen Ecken der Stadt zu buddeln angefangen, ohne dass es zu einer sinnvollen Abstimmung der einzelnen Projekte komme. Was immer neue Staus produziere und mit vorrückender Weihnachtszeit ins Totalchaos münden könnte. Neben allem anderen Ärger, so die SPD, gefährde diese Herumwurschtelei auch noch den ehrgeizigen Plan, in Aachen ohne Umweltzone auszukommen.

Luisenhospital - Hauptbahnhof: Halbe Stunde

Für Norbert Plum lief das Fass über, als er dieser Tage für die paar hundert Meter vom Luisenhospital bis zum Hauptbahnhof eine halbe Stunde benötigte - per Pkw. Unterstützt von seinen Ratskollegen Heike Wolf und Claus Haase erklärte er am Dienstag vor der Presse: „Von ähnlichen Erlebnissen kann zurzeit fast jeder Autofahrer erzählen - irgendwann hängt man in irgendeiner Baustelle.”

Besonders verkehrt sei, benachbarte Straßenzüge flächendeckend aufzureißen, wie das zum Beispiel bei Erzberger- und Karl-Marx-Allee der Fall sei. Und dass die Halifaxbrücke seit Monaten gesperrt sei, könne man kaum noch nachvollziehen.

Plum: „Natürlich ist es gut, wenn in einer Stadt gebaut wird, sonst würde sie nicht leben, aber man muss dafür sorgen, dass die Beeinträchtigungen auf ein Mindestmaß reduziert werden.” Und da habe man den fatalen Eindruck, dass die Stadt es sehr schleifen lasse auf diesem Gebiet - es müsse einfach ein professionelles „Baustellenmanagement” her.

Ratsfrau Wolf zitierte die Beigeordnete Gisela Nacken, derzufolge alles getan werden müsse, um den Verkehr auf den Gräben und Ringen am Fließen zu halten - was jetzt passiere, sei einfach „kontraproduktiv”. Und bedeute möglicherweise einen schweren Rückschlag im Kampf gegen die Umweltzone. Zu viele Schadstoffe in der Luft seien nun einmal schädlich.

Nicht zügig genug?

Haase missfällt außer der offensichtlich fehlenden Koordination zudem, dass die Stadt zu wenig darauf achte, zügig zu bauen. Aus eigener Beobachtung wisse er, dass manche Baustellen schon früh am Tag verwaist seien. Allem Anschein nach fehle es an einer vernünftigen Jahresplanung. Ihm sei klar, dass die Gelder aus dem Konjunkturpaket innerhalb der Fristen verbaut werden müssten, aber auch das könne man rechtzeitig bedenken und managen.

Mit einigem Bammel sehen die SPD-Politiker den kommenden Wochen entgegen, wenn der Weihnachtsmarkt Fahrt aufnimmt und zehntausende Besucher in die Stadt zieht. Dann nehmen die Autoschlangen überhaupt kein Ende, so die Befürchtung, was auch wirtschaftliche Folgen gaben könnte. Plum: „Wer im Stau steht, kommt nicht zum Einkaufen.” Bauchschmerzen haben die Sozialdemokraten auch, weil ein privater Betreiber zwischen Bendplatz und Weihnachtsmarkt einen Bus verkehren lassen will, was zusätzliche Verstopfungen auslösen könne.

Auf dem Boxgraben ist es derzeit sehr dicht

Pünktlich zur großen Tadelveranstaltung der SPD kommt es derzeit zu langen Staus in der Stadt, auch auf dem Boxgraben zwischen dem Hauptbahnhof und der Kreuzung mit der Karmeliterstraße. Eine der Ursachen sind die Kanalbauarbeiten an der mittlerweile geschlossenen Durchfahrt zur Wallstraße.

Wie auch an anderen neuralgischen Punkten, so Sachgebietsleiter Karlheinz Ophey, verfolge die Stadt auch hier das Ziel, den Ablauf zu beschleunigen. Allerdings: „Man weiß nie, was dazwischenkommt. In Aachen muss man zum Beispiel immer mit archäologischen Funden rechnen.”

Der Boxgraben soll so lange wie möglich in beide Richtungen befahrbar sein. Kommt es in etwa zwei Wochen Richtung Schanz zur Einbahnregelung, werden die Autofahrer über Friedlandstraße und Burtscheider Straße umgeleitet.

Dezernentin Gisela Nacken konnte derweil mitteilen, dass die Karmeliterstraße drei Tage früher als geplant in Richtung Innenstadt geöffnet werden konnte - „das Bauunternehmen hat sich richtig ins Zeug gelegt”.
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