Bau der Windräder im Münsterwald beginnt

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Bau der Rotoren im Münsterwald beginnt

Von: Werner Breuer
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Dieser Anblick könnte bald Realität werden: Die Flächen für sieben Windkraftanlagen waren bereits vor etwa einem Jahr gerodet, jetzt rücken die Bautrupps an. Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

Aachen. Im Münsterwald passiert nun das, was Kritiker lange zu verhindern versucht hatten: Die Stawag und der Projektierer juwi starten mit dem Bau der Windkraftanlagen unweit der Himmelsleiter. In der Woche nach Karneval werde auf der Bundesstraße 258 eine Beschilderung eingerichtet, die die Ein- und Ausfahrt in den Wald regele, teilt die Stawag mit.

Die Flächen, auf denen die insgesamt sieben Rotoren errichtet werden sollen, waren vor rund einem Jahr gerodet worden, danach passierte erstmal nichts weiter. „Wir wollten erst die gerichtlichen Auseinandersetzungen abwarten“, erklärt Stawag-Pressesprecherin Eva Wußing. Die Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU), hinter der Organisationen wie etwa die Bürgerinitiative „Rettet den Münsterwald“ stehen, hatte als Dachverband Klage gegen die städtische Genehmigung der Anlagen eingereicht und zudem mit einem Eilantrag verhindern wollen, dass des juristischen Verfahrens schon Fakten geschaffen werden.

Der Eilantrag scheiterte in zwei Instanzen, und vor einigen Wochen wies das Aachener Verwaltungsgericht auch im Hauptsacheverfahren die Klage ab. Beendet sind die Rechtsstreitigkeiten damit allerdings nicht. Die Windkraftgegner haben angekündigt, gegen die Entscheidung des Aachener Verwaltungsgerichts Rechtsmittel einzulegen. Dann wäre ein weiteres Mal – wie schon beim Eilantrag – das Oberverwaltungsgericht in Münster gefragt. Das wollen Stawag und juwi aber nun nicht mehr abwarten. „Nach der Entscheidung im Hauptsacheverfahren fühlen wir uns jetzt auf der sicheren Seite“, sagt Eva Wußing. Zudem drängt jetzt die Zeit, denn die Fördermöglichkeiten für Windenergie werden künftig komplizierter. Im Herbst sollen deshalb die Anlagen im Münsterwald in Betrieb gehen.

Sie sollen „einen sehr wichtigen Beitrag für die Versorgung der Stadt Aachen mit grünem Strom leisten“, sagt Stawag-Vorstand Peter Asmuth. „Klimafreundlichen“ Strom für 12.500 Haushalte jährlich sollen sie erzeugen. 15 Windparks hat die Stawag schon in Betrieb genommen, viele Anlagen stehen Rheinland-Pfalz, aber auch in Aldenhoven, Linnich, Simmerath in im Aachener Norden wird Strom produziert.

Zwar stoßen die Rotoren nicht immer auf Gegenliebe, doch Frank Brösse, der Geschäftsführer der Stawag Energie GmbH, verweist auf eine eigene Umfrage, wonach 78 Prozent der Aachener dem lokalen Ausbau der Windenergie positiv gegenüberstehen. Im Münsterwald soll nach der Bauphase etwa die Hälfte der in Anspruch genommen Fläche mit ökologisch höherwertigen Baumarten bepflanzt werden. Zudem sollen Ausgleichflächen etwa im Bereich Entenpfuhl aufgeforstet werden. Für die geschützte Geburtshelferkröte soll es im Windpark außerdem sogar eigens Gesteinsschüttungen geben.

Auch der Verkehr soll kaum beeinträchtigt werden, versprechen die Planer. So wird ab Ende Februar eine Ampelanlage den Verkehr auf der Himmelsleiter an der Windparkausfahrt regeln; der Weg in den Wald wird asphaltiert. Zudem soll der Anlieferverkehr in die „Randzeiten“ verlegt werden, um den Berufsverkehr nicht über Gebühr zu behindern.

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