Aachen - Bandidos in der Pontstraße durchsucht

Bandidos in der Pontstraße durchsucht

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
Bandidos
Foto: dpa

Aachen. Vor etwa einem Jahr verbot NRW-Innenminister Ralf Jäger den Aachener Chapter des Rockerclubs Bandidos wegen fortgesetzter krimineller Machenschaften, erst im Oktober letzten Jahres wurden sieben Mitglieder aus dem Aachener und Dürener Bandidos-Club zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt, weil sie Türsteher in einer Geilenkirchener Diskothek bedroht hatten.

Vor diesem Hintergrund wunderte es am frühen Sonntag Abend nicht weiter, dass helle Aufregung in Aachens Kneipenmeile am Ponttor aufkam. Denn dort zeigten sich die wie üblich mit schweren Harleys motorisierten Rocker in ihren schwarzen und auf dem Rücken gelb unterlegten Bandidos-Kutten. Die Polizei wurde alarmiert und erschien auch prompt gegen 18.15 Uhr mit etwa fünf Einsatzfahrzeugen, wie Augenzeugen den „Nachrichten“ berichteten.

Nach Erkenntnissen der Polizei waren da neun Männer aus den „Rockergruppierungen Herne und Düren“, wie Polizeisprecher Paul Kemen gestern erklärte, zusammen gekommen. Die Truppe wurde komplett überprüft. Bei ihnen habe man „mehrere erlaubnisfreie Messer“ und „Dosen von Tierabwehrspray“ gefunden, berichtet Kemen. Allerdings habe man keine Erkenntnisse über Zugehörigkeiten zu verbotenen Chaptern der Bandidos gewinnen können.

Polizei mit „Gefärderansprache“

Vielmehr gaben die Rocker an, sie wollten mit weiteren neun „Gleichgesinnten“ in Aachens Pontstraße einen Geburtstag feiern. Das konnten sie dann nach einer eindeutigen „Gefährderansprache“ von Seiten der Polizei auch tun. Man habe natürlich, so Kemen weiter, „das Treffen die ganze Zeit im Auge behalten“.

Im August 2011 gab es bereits einen ähnlichen Vorfall, als Mitglieder des Rockerclubs Bandidos ebenfalls in der Ponstraße aufliefen, damals war es ein Freitag Abend. Hintergrund der auffälligen Präsenz der oftmals in den Drogenhandel und den Prostitutionsbereich verstrickten Motorrad­szene rund um den Bandidos-Motorradclub sind offene Revierkämpfe mit verfeindeten Hells Angels, die insbesondere in der Region um Köln zu finden sind. So gilt es etwa als echte Mutprobe, offen mit einem Hells-Angel-T-Shirt durch Aachens City zu laufen. Nichts destoweniger werden immer wieder personelle Wechsel von einem Club zum anderen bekannt.

Noch in der vergangenen Woche suchte die Polizei das Gespräch mit Clubbesitzern in Aachen, um mögliche Bedrohungen in der hiesigen Türsteherszene auszuleuchten. „Dafür hat es aber bislang keine Anhaltspunkte gegeben“, resümierte Sprecher Kemen die Polizeibemühungen.

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