Bambi: Rocker „Leines” Gaworski als „stiller Held” geehrt

Von: Christopher Gerards
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Mit Kutte auf dem Roten Teppic
Mit Kutte auf dem Roten Teppich: „Leines” Gaworski und Partnerin Jenny freuen sich über den „Bambi Foto: imago/APress

Aachen. Am Tag danach plagt Leines der Muskelkater vom ganzen Händeschütteln. „Das waren bestimmt 300 Leute, die uns die Hand gegeben haben”, sagt der Aachener, nachdem er am Vorabend den „Bambi 2011” für sein Ehrenamt auf der „Hazienda Arche Noah” entgegengenommen hat.

Showmaster Thomas Gottschalk war unter den Gratulanten, Ex-Boxer Henry Maske und auch Schauspielerin Andrea Sawatzki wollten den Rocker näher kennenlernen. „Die fanden den Auftritt einfach authentisch.”

Es ist 21.53 Uhr, als Leines, der eigentlich Uwe-Edmund Gaworski (51) heißt, an diesem Donnerstagabend ans Mikrofon tritt, als „Stiller Held”, wie es in der Laudatio heißt. Funkelnde Wand hinter ihm, Bankett, hunderte Menschen in Smoking und Gala-Kleidern im Saal; vor den Fernsehern sechs Millionen Zuschauer.

Leines in Rocker-Kutte, trägt darunter das Hemd offen, Schnauzbart, langer Zopf. Und hält in der Linken das Goldene Reh, den Bambi. „Ich hatte Pipi in den Augen. Nach dem Einspielfilm war ich emotional so aufgewühlt, dass ich nichts von dem gesagt habe, was ich mir vorgenommen hatte”, erinnert sich Leines am Freitag.

„Ich habe dann gesagt, was ich im Schädel und Herzen hatte. Auf der Bühne hat es sich so einsam angefühlt wie auf der Spitze des Mount Everest.” In seiner Stegreifrede nennt Leines das Motto der Hazienda, auf der schwerkranke Kinder naturnah toben können und ihre Eltern Anteilnahme finden, und dankt auch den Mitgliedern. Dann der kleine Seitenhieb auf die High Society im Saal: „Das Defilee der Vorurteile im Foyer habe ich als Rocker sehr genossen. Meine Erfahrung ist: Es gibt nur gute und schlechte Menschen.”

Unter Applaus verlässt Leines die große Bühne, streckt den Bambi in die Luft. Eine andere Welt sei das gewesen, meint Leines am nächsten Tag, „nicht umsonst nennt sich das Schaugeschäft.”

Um 3.20 Uhr am Freitagmorgen erreichen Leines und seine Partnerin Jenny Kersten das Hotel, schlafen bis 7 Uhr. Frühstück mit Henry Maske, dann der Rückweg von Wiesbaden nach Aachen. Und da geht der Stress so richtig los. „Dat piept hier nur”, sagt Leines im Telefon-Interview mit den „Nachrichten”. „Fax und Handy stehen nicht mehr still.” 15 bis 20 Anfragen habe er von Presse und Rundfunk bekommen, der Stern hat angefragt, die Bunte und auch ZDF-Talker Markus Lanz wolle ihn in seine Show einladen. Auch einige Firmen hätten schon Unterstützung für das Projekt angesagt. „Ich kann gar nicht alles aufzählen. Das ist die Büchse der Pandora”, so Leines, der aber auch sagt: „Das Wort ist geduldig. Die Tat zeigt den Menschen.”

Mit 20.000 Euro war der Preis dotiert, die sind Leines für sein Lebenswerk, die „Hazienda Arche Noah”, sicher. Auf dem 9000 Quadratmeter großen Gelände stehen schon jetzt viele Spielgeräte für Kinder, etwa Klettergerüste, ein Piratenschiff oder ein behindertengerechtes Baumhaus. Als nächstes soll eine rollstuhlgerechte Wasserburg auf dem See stehen.

Den „Bambi” möchte Leines angestrahlt und in Plexiglas eingepackt ins Vereinsheim stellen. Zwar stehe sein Name auf dem Preis, sagt Leines, aber „da ist drauf geschissen. Ich habe allen Hazienda-Helfern gesagt: Das ist der Preis für uns alle. Und damit basta.”
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