Aachen - Bald Urnengräber in Burtscheider Krypta

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Bald Urnengräber in Burtscheider Krypta

Von: Nina Krüsmann
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Präsentieren Pläne für Umbau der Krypta: Christoph Urban (Gemeindereferent, v. l.), Klaus Stoschek (Kirchenvorstand), Pfarrer Frank Hendriks, Ulrich Irmen (Kirchenvorstand), Bärbel Lefering, Dr. Peter Keulers (Kirchenvorstand, Jürgen Kratzenberg (Kirchenvorstand). Foto: Herrmann
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Ein Modell der Burtscheider Krypta. Foto: Herrmann

Aachen. Der Lebensbaum von Albert Sous verbindet zukünftig die Welt der Lebenden und der Toten. Wie die anderen sakralen und Kunstgegenstände bleibt auch dieses Werk in St. Gregorius an der Ecke Eupener Straße/Luxemburger Ring erhalten, wenn aus der Krypta eine Urnenbegräbnisstätte wird.

Der Umbau der Unterkirche ist Teil des neuen Konzepts für die Pfarre St. Gregor als Reaktion auf die Entwicklungen im Kirchlichen Immobilien Management (KIM). „Wir beginnen nach den Herbstferien und rechnen mit einer Dauer von einem Jahr“, erklärt Pfarrer Frank Hendriks. Die Umbaumaßnahmen inklusive einer vom Bistum bezuschussten Instandhaltung der Kirche werden auf anderthalb Millionen Euro veranschlagt. „Die Oberkirche bleibt für Gottesdienste bestehen und bietet künftig die Möglichkeit, Trauerfeiern abzuhalten“, erklärt Gemeindereferent Christoph Urban.

„Mit den Einnahmen aus der Urnenbegräbnisstätte wird der Erhalt von St. Gregorius finanziert, nachdem sie nicht mehr vom Bistum gefördert wird“, erklärt Pfarrer Frank Hendriks die Entscheidung im Rahmen des KIM-Prozesses. Laut KIM-Richtlinie wird die Oberkirche, bevor sie aus der Bezuschussung herausgenommen wird, noch einmal mit Kirchensteuermitteln saniert, bevor sie einer wirtschaftlichen Nutzung zugeführt wird. Die Sanierung der Oberkirche ist der dritte Bauabschnitt. Mit dem Entwurf und den Planungen wurde die Architektin Eva von der Stein beauftragt.

Ihr Entwurf, der im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt wurde, hat die Vertreter der Pfarre und des Bistums überzeugt. Eine große, kreisrunde Struktur aus Holz, bestehend aus drei frei stehenden Segmenten, bildet einen neuen Raum in der Krypta. Sie wird aus lasierter Baubuche gefertigt und nimmt, gruppiert in waagerechten Fächern, 750 Urnen auf. Das Material Holz erinnert dabei an die traditionelle Bestattung im Sarg. Die kubischen Schmuckurnen selbst bestehen aus geschwärztem Stahl. Der Name des Verstorbenen mit Geburts- und Todesdatum wird in einheitlicher blattvergoldeter Schrift aufgebracht.

Der Zyklus des Passionswegs von Herbert Falken, der sich momentan in der Krypta befindet, bleibt auch im neuen Kolumbarium erhalten. Es entsteht ein Andachtsbereich mit Kerzen, einem Totenbuch und dem Karfreitagscorpus. Im Vorraum befindet sich die Informationstafel mit dem Urnenbelegungsplan. Im Eingangsbereich der Krypta ist Platz für Blumen und das Fürbittbuch.

Neuer Raum des Abschieds

„Die Krypta als neu gestalteter Raum des Abschieds, der Trauer, des Gedenkens und der Stille benötigt einen adäquaten Außenbereich. In einem weiteren Bauabschnitt wird deshalb der untere Kirchplatz verändert. Er soll zum Ort des Innehaltens werden“, erläutert Christoph Urban. Eine Nutzung für den Wochenmarkt mit derzeit noch drei Ständen ist dann nicht mehr möglich. Über Alternativen wird noch beraten. Auch die Parkplätze fallen hier weg. Nur für Besucher des Kolumbariums und der Kirche stehen dann Parktaschen unterhalb der Treppe zum Kirchturm zur Verfügung. Darüber hinaus wird es unter der Sakristei einen Raum geben, wo Trauergespräche mit den Angehörigen stattfinden

Zeitgleich mit dem Umbaubeginn im Herbst/Winter beginnt die Vermarktung der rund 750 Urnenplätze. Bei Interesse kann man sich aber bereits melden. Die Nutzung des Gemeindesaals ist in der Bauzeit nicht möglich, weshalb den betroffenen Gruppen Alternativen angeboten werden sollen. Nach der Neugestaltung ist der Raum wieder wie gewohnt nutzbar. „Durch diese Umbauentscheidungen ist der Fortbestand von St. Gregorius in der Pfarre St. Gregor von Burtscheid weiter gesichert“, betont Pfarrer Frank Hendriks. Die Reaktionen aus der Gemeinde seien deshalb sehr positiv.

Der 2010 begonnene KIM-Prozess sieht eine Begrenzung der Zuschüsse zu Baumaßnahmen in den Gemeinden vor. Für 33 Prozent der pastoral genutzten Gebäude werden keine Zuschüsse zur Instandhaltung mehr gezahlt.

 

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