Aachen - Baggerstillstand am Bunker: Lärmschutzwand wird errichtet

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Baggerstillstand am Bunker: Lärmschutzwand wird errichtet

Von: Heiner Hautermans
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Wenn dicke Betonmauern fallen sollen, geht das nur mit schwerem Gerät - und das macht Lärm. Anwohner beschwerten sich. Der Bagger stand still. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die Bürgerinitiative Lousberg-Bunker freute sich schon über einen Baustopp, der Bauherr dagegen spricht nur von einem Defekt am eingesetzten Bagger. Fakt ist, dass nach langer Pause in den letzten Tagen an der Außenwand des Bunkers an der Rütscher Straße weitergearbeitet wurde und dass die zulässigen Werte den genehmigten Geräuschpegel deutlich überschritten und für erhebliche Erschütterungen sorgten.

So seien Spiegel von der Wand gefallen und Gegenstände aus einem Regal, berichtet Anwohner Prof. Christoph Schulten: „Seit November 2013 wird der Bunker mittels eines sehr lauten, maschinengewehrfeuerartigen Meißels und einer nicht weniger lauten Abbruchzange abgerissen. Der Lärm ist eindeutig zu groß. Im Wohngebiet sind maximal 55 Dezibel Lärm erlaubt, man lässt zeitweise auf Baustellen aber 70 dB(A) zu.

Hier – beim Bunkerabbruch Rütscher-/Försterstraße – kommt es aber laut offizieller Messung der Stadt zu einem Mittelwert von 86 dB(A) – also 16 dB(A) mehr als gesetzlich erlaubt. Eine Schallüberschreitung von 10 dB bedeutet aber schon eine Verdopplung des Schalls.“ Und Hermann Tücks von der Bürgerinitiative freute sich: „Heute erstarb mitten im Vormittag der Baulärm an der Bunkerabrissbaustelle. Es herrscht zur Zeit eine himmlische Ruhe.“

Axel Costard vom Presseamt bestätigt, dass das Umweltamt den hohen Wert von 86 dB(A) gemessen habe, aber: „Maßgeblich für die Einhaltung des vereinbarten Grenzwerts ist der ‚Beurteilungspegel‘, in den auch die zeitliche Dauer der Arbeiten pro Tag einfließt und der in diesem Fall deutlich niedriger ausfiel als 86 dB(A).“ Genauer gesagt: Um den „Beurteilungspegel“ der zeitweise genehmigtem 70 dB(A) zu erreichen, wird die Arbeitszeit des hydraulischen Abbruchhammers auf täglich 2,5 Stunden reduziert.

Außerdem wird dem Bauherrn aufgegeben, bis zum 21. Februar eine Lärmschutzwand von zwölf oder mehr Metern Höhe zu errichten, das hat das Verwaltungsgericht Aachen bestimmt. Axel Costard: „Es ist ein Vergleich geschlossen worden.“ Durch regelmäßige Messungen müsse nun nachgewiesen werden, dass die Grenzwerte eingehalten werden.

Darauf werde man achten, versichert Anais Cosneau von der Landmarken AG: „Solange wir uns in dem genehmigten Lärmpegel bewegen, können wir arbeiten.“ Natürlich werde man die Auflagen einhalten: „Es gibt keinen Baustopp, unser Bagger war heute kaputt.“ In nächster Zeit werde es nicht so laut sein: „Dann wird innen abgerissen.“ Und dann dient die Außenwand als Schallschutz.

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