Aachen - Bagger rücken an fünf Großbaustellen an

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Bagger rücken an fünf Großbaustellen an

Von: Laura Weinberger
Letzte Aktualisierung:
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Burtscheid: Wenn alles nach Plan läuft, soll die Kurbrunnenstraße voraussichtlich nächste Woche wieder komplett für den Verkehr freigegeben werden. Foto: Harald Krömer
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Nadelöhr: An der Ludwigsallee gibt es laut Stadt „massive Kanalschäden“. Ab Ende August dieses Jahres wird daher rund 16 Monate gebaut. Foto: Harald Krömer

Aachen. An Baulärm und Einschränkungen im Straßenverkehr sowie bei der Parkplatzsuche müssen sich die Aachener wohl vorerst gewöhnen. Denn auch in der zweiten Jahreshälfte wird gebaggert, gebuddelt und gewerkelt, was das Zeug hält. Fünf große Baustellen und einige kleinere Maßnahmen sind geplant.

Eines vorweg: „Wir wissen, dass Baustellen zu Beeinträchtigungen führen“, sagte Heike Ernst, Leiterin der Abteilung Straßenverkehr und Sondernutzung bei der Stadt Aachen. Bei einer Pressekonferenz im Haus Löwenstein informierten die Stadt Aachen und die Stawag gestern über die Baustellen, die sich im dritten und vierten Quartal 2018 nicht vermeiden lassen und zeitlich weit darüber hinausgehen werden.

Substanzverfall

Dass diese eher für Unmut sorgen, darüber ist man sich bewusst. Wolfgang Raabe, Leiter der Abteilung Planung und Bau der Stawag-Tochtergesellschaft Regionetz GmbH, erklärte daher, warum sich die Maßnahmen nicht verschieben lassen: „Jede Leitung hat eine Lebensdauer von 50 bis 70 Jahre. Um einen Substanzverfall zu verhindern, müssen daher jedes Jahr rund 200 Kilometer Leitungsnetz erneuert werden.“

Insgesamt umfasst das Leitungsnetz 8000 Kilometer Leitungen. Und es gibt auch Fortschritte: Die Kurbrunnenstraße könnte nächste Woche wieder komplett für den Verkehr freigegeben werden. Dafür muss umso mehr an anderern Stellen gebaut werden.

Unter Aachens Straßen liegen noch viele Leitungen aus der Nachkriegszeit – dementsprechend ist deren Substanz. Damit die Baustellen an bestimmten Straßen nicht immer wiederkehren, sollen sie gleich komplett „angepackt werden“, so Raabe. Und das brauche seine Zeit.

30 bis 35 Millionen Euro

„Für eine Stadt wie Aachen ist das viel“, sagte Raabe. Allerdings, so Regina Poth, Leiterin der Abteilung Straßenplanung und -bau im Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen, seien nicht wesentlich mehr oder weniger Maßnahmen als im vergangenen Jahr geplant. „Wir haben ein Volumen von rund 30 bis 35 Millionen Euro für Baumaßnahmen. Das kann nicht einfach überschritten werden“, so Poth. Dringende Maßnahmen werden daher nur vorgezogen, weniger drängende nach hinten verschoben.

An folgenden Stellen wird in diesem Jahr noch gearbeitet: Im dritten Quartal werden an der Mozart­straße die Ver- und Entsorgungsnetze zwischen Reumont- und Beethovenstraße erneuert. So auch im Bereich der Franz- und Karmeliterstraße (Häuser 4 bis 10). Außerdem werden die Parkbereiche umgestaltet. Es soll dadurch eine Verbesserung der Parksituation erzielt werden.

Statt 17 solle es dann 22 Parkplätze geben sowie sechs zusätzliche Baumfelder an der Mozartstraße. Die Bauzeit variiert zwischen neun und zehn Monaten. Starttermine sind für die Mozartstraße Mitte Juli, für die anderen beiden Abschnitte Mitte August. Während die Mozart- und Karmeliterstraße verengt, aber weiterhin befahrbar sein werden, wird die Franzstraße abschnittsweise vollgesperrt.

Auch an der Ludwigsallee wird bald gearbeitet, denn dort liegt ein „massiver Kanalschaden“ vor, so Poth. Bislang wurde alles notdürftig repariert, doch das reicht nicht. Es müssen die Ver- und Entsorgungsnetze zwischen Pontwall und Lousbergstraße und zwischen Pontwall und Turmstraße erneuert werden – mit anschließendem Straßenbau. Auch der Bereich von der Kupferstraße bis zur Bastei muss überarbeitet werden. Mit dem ersten Abschnitt wird Ende August begonnen. Eingeplant sind rund 16 Monate Bauzeit, im zweiten Abschnitt 18 Monate. Dieser folgt aber vermutlich erst im Jahr 2020. Die Fahrspuren in Richtung Pontwall entfallen in dieser Zeit. Der Verkehr wird solange auf die Saarstraße in zwei Richtungen verlegt.

Grüner Weg ab Oktober

Im Oktober soll die Straße Grüner Weg in Angriff genommen werden. Auf rund 1,2 Kilometern soll rund 13 Monate lang gebaut werden. Die Stawag erneuert zunächst die Ver- und Entsorgungsleitungen, später wird die Straße saniert. Mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren ist zu rechnen. Dringend nötig ist auch der Bau einer neuen Wasserleitung an der Krefelder Straße zwischen Soerser Weg und Bastei auf einer Länge von 300 Metern. Die Leitung muss erneuert werden, weil in jüngerer Vergangenheit zu viele Einzelschäden aufgetreten waren. Die Bauzeit beträgt fünf Wochen und startet nach dem CHIO.

Die fünfte große Baustelle ist an der Salierallee geplant. Die Kanäle sind marode und müssen erneuert werden, gleiches gilt für die Fahrbahnen und Gehwege. In fünf Abschnitten soll die Infrastruktur der Straße erneuert werden. Die Stawag rechnet bei den Arbeiten mit einer Bauzeit von 20 Monaten. Danach folgen die überirdischen Straßenarbeiten. Los geht es Ende August mit einer unterirdischen Sanierung der Kanalrohre. An den Einstiegsstellen könnte es zu Verkehrsbehinderungen kommen.

 

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