Aachen - AWO Aachen gibt ihre Altenheime ab

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AWO Aachen gibt ihre Altenheime ab

Von: Margot Gasper
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Als Geschäftsführer der neuen Trägergesellschaft ist Hans-Peter Barbeln künftig zuständig für die AWO-Seniorenwohnsitze Morillenhang (Bild) und Kennedypark in Aachen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Die Arbeiterwohlfahrt in Aachen trennt sich von ihren beiden Altenheimen. Die Seniorenwohnsitze Morillenhang und Kennedypark werden zum 1. Januar 2014 samt Trägergesellschaft an den AWO-Bezirksverband Mittelrhein übergeben.

 Grund für den Wechsel sind Umstrukturierungen, die den AWO-Kreisverband Aachen-Stadt finanziell absichern sollen, sowie hohe Modernisierungskosten für die beiden Altenheime.

„Wir müssen uns neu aufstellen“, erklärt die Aachener AWO-Geschäftsführerin Gabriele Niemann-Cremer. „Wir konzentrieren unsere Arbeitsbereiche.“ Schweren Herzens müsse man deshalb die stationären Alteneinrichtungen aufgeben. Mit dem Bezirksverband habe man aber eine gute Lösung erzielt. „Weder für die Bewohner, noch für die Mitarbeiter wird sich etwas ändern“, versichert Niemann-Cremer. „Wir sind sehr froh, dass wir alle Arbeitsplätze in den Einrichtungen sichern können. Auch die Ausrichtung der Häuser bleibt erhalten.“

Geschäftsführer der neuen Trägergesellschaft ist Hans-Peter Barbeln. Er ist auch Geschäftsführer der AWO-Gesellschaft für Altenhilfeeinrichtungen mbH in Köln, einer hundertprozentigen Tochter des AWO-Bezirksverbands Mittelrhein, die bereits elf Einrichtungen betreibt.

Rund fünf Millionen Euro sind laut Niemann-Cremer nötig, um die beiden Seniorenwohnsitze fit zu machen für die Zukunft. „Das können wir hier vor Ort aber nicht stemmen.“ Vor allem gesetzliche Vorgaben machen Investitionen zwingend nötig. Der Gesetzgeber schreibt neue Standards vor. Unter anderem müssen 80 Prozent der Zimmer in Altenheimen bis 2018 Einzelzimmer sein. „Diese Quote erfüllen wir bisher nicht“, so Niemann-Cremer.

„Wir übernehmen zwei gut funktionierende Häuser“, erklärt Hans-Peter Barbeln. Auch er betont: „Für die Menschen ändert sich nichts.“ Modernisiert wird im laufenden Betrieb. Barbeln geht davon aus, dass die Arbeiten in den beiden Einrichtungen schon im Frühjahr 2014 beginnen können. Nach dem Umbau werden am Morillenhang 104 Plätze, am Kennedypark 70 Plätze zur Verfügung stehen. Rund 150 Beschäftigte arbeiten insgesamt in den beiden Altenheimen.

Vor fast drei Jahren wurde Gabriele Niemann-Cremer Geschäftsführerin der AWO Aachen. Und offenbar übernahm sie auch einige Baustellen im Kreisverband. „In der Vergangenheit ist viel passiert“, sagt sie rückblickend, „aber es war auch viel liegengeblieben.“ Von einer Finanzkrise der AWO Aachen will Niemann-Cremer indes ausdrücklich nicht sprechen: „Wir haben es in den vergangenen drei Jahren aus eigener Kraft geschafft aufzuräumen. Mit den jetzigen Entscheidungen sind wir aus der Krise raus.“

Fünf Kindertagesstätten

Der Konsolidierungskurs müsse allerdings weitergehen. „Wir arbeiten heute komplett gemeinnützig, wir haben als Kreisverband keinen Bereich, mit dem man Gewinne machen kann.“ Deshalb hat die Arbeiterwohlfahrt die Stadt Aachen auch um Unterstützung beim Betrieb der fünf AWO-Kindertagesstätten in Aachen gebeten. „Unser Trägeranteil beläuft sich auf vier Prozent“, erläutert Niemann-Cremer. Das sind 126 000 Euro im Jahr. „Dieses Geld werden wir in den nächsten zwei bis drei Jahren nicht aufbringen können.“ Die AWO hat nun die Übernahme des Trägeranteils durch die Kommune beantragt. Außergewöhnlich wäre dieser Vorgang nicht. Andere Kita-Träger in Aachen sind bereits von den Trägeranteilen befreit worden.

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