Avantis nicht mehr so exklusiv

Von: Heiner Hautermans
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Aachen. Der Campus Melaten ist derzeit in aller Munde, das Gewerbegebiet Avantis dagegen dümpelt weiter vor sich hin. Von 70 Hektar der zur Verfügung stehenden Flächen sind nach zehn Jahren gerade mal sechs verkauft.

Dabei hatte man beim Start noch hochfliegende Pläne: Im ersten grenzüberschreitenden Gewerbegebiet Europas sollten etwa innovative Betriebe aus der Informations- oder Automobilindustrie angesiedelt werden.

Bis zu 12.000 Arbeitsplätze sollten entstehen, 700 sind es bisher lediglich. Um den Grundstücksverkauf in Schwung zu bringen, sollen nun die Regeln im Bebauungsplan gelockert werden. „Die Verwaltung denkt darüber nach, die Kriterien für die Ansiedlung zu verändern, ohne dabei die Hochwertigkeit des Standorts aus den Augen zu verlieren”, sagt Axel Costard vom städtischen Presseamt. Diese Kriterien sehen nämlich die Ansiedlung von Hightech-Betrieben mit vielen Beschäftigten vor, nicht aber von Logistikfirmen mit großem Flächenbedarf. Hightech-Unternehmen gehen jetzt allerdings eher in den Campus Melaten.

Demgegenüber haben eine große Spedition und eine Apothekenzentrale Interesse angemeldet, sich in Avantis anzusiedeln. Die Kommunalpolitik hat deshalb der Aachener Verwaltung empfohlen, mit den Kollegen in Heerlen Kontakt aufzunehmen, den Bebauungsplan heutigen Gegebenheiten anzupassen.

Beide Städte hatten ihre Flächen der Betreibergesellschaft überlassen (60 Hektar auf deutscher und 40 auf niederländischer Seite), zum Teil jedoch wieder zurückgekauft, weil man ansonsten eine Pleite befürchtete. Michael Rau, Fraktionssprecher der Grünen, spricht etwa davon, dass man die Grünflächen anders anordnen und Dinge wie die Randbebauung ändern wolle, keinesfalls aber alle Dinge über Bord werfen solle.

Insolvenz-Gerüchte „Quatsch”

Gerüchte von einer Insolvenz weist Avantis-Geschäftsführer René Seijben weit von sich: „Das ist reiner Quatsch.” Durch die Lockerung der Bestimmungen wolle man die Zielgruppe erweitern: „Kleine und mittelständische Unternehmen sorgen für viele Arbeitsplätze.”

Um Platz zu schaffen für Logistikunternehmen, sollen im östlichen Teil 15 Hektar Gewerbefläche zusammengelegt und Grünflächen von dort verlagert werden. Grün- und Verkehrsflächen machen 30 der 100 Hektar aus.

Seijben legt im Übrigen Wert darauf, dass man zurzeit keine Zuschüsse erhalte. 1,7 Millionen Euro laufender Kosten für Büros, Personal und Marketing würden komplett aus Verkäufen finanziert. Am Anfang jedoch habe es Zuwendungen der EU, der Niederlande und des Landes NRW gegeben, insgesamt 20 von 50 Millionen Euro, die in die Infrastruktur investiert wurden.
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