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Ausstellung will Sprache Litauens näher bringen

Von: Nina Krüsmann
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Wollen den Aachenern die litauische Sprache näher bringen: (v.l.) Mindaugas Lasas, Botschaft der Republik Litauen, Olaf Müller, städtischer Kulturbetrieb, Grasilda Blaziene, Institut für Litauische Sprache, Lyriker Tomas Venclova und Künstler Saulius Valius. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Ein wenig altertümlich erscheint die litauische Sprache, die dem Sanskrit ähnlich ist und als baltische Sprache zur indogermanischen Sprachenfamilie gehört. Trotz fremder Einflüsse und Jahren der Verbannung wurden viele alte grammatische Formen erhalten. Litauisch gilt als die konservativste lebende indogermanische Sprache, die heute von vier Millionen Menschen gesprochen wird.

Eine Ausstellung mit dem Titel „Litauisch kennenlernen – eine alte Sprache für moderne Kommunikation“ will jetzt den Besuchern der Stadtbibliothek die Sprache unseres östlichen Nachbarn näher bringen. Die Schau mit sechs Themenbereichen im Erdgeschoss der Stadtbibliothek an der Couvenstraße ist ein Angebot im Rahmen der Karlspreisverleihung an die Präsidentin Litauens, Dr. Dalia Grybauskait.

Ausstellungsinitiator der von Künstler Saulius Valius gestalteten Schau ist das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der Republik Litauen in Kooperation mit dem Institut für Litauische Sprache. Die Texte stammen von Dr. Jolanta Zaborskaité.

„Die litauische Sprache ist keine einfache Sprache. In Aachen, wo im Dreiländereck drei Sprachen vertreten sind, wollen wir dafür werben, sich mit einer fremden Sprache auseinanderzusetzen“, sagt Olaf Müller, Leiter des städtischen Kulturbetriebs. Die englischen Texte der Ausstellung würden das faszinierende Litauisch, seine Irrungen und Wirrungen über die Zeit treffend beschreiben. „Wir müssen uns in Europa besser verständigen, miteinander ins Gespräch kommen. Wenn man nur zwei, drei Worte in einer anderen Sprache spricht, merkt man schon, welch ein Gewinn das ist“, erklärt Müller, wie man in Aachen die Türen öffnen will für die baltische Sprache. „Es gibt nicht nur Englisch und Öcher Platt, es lohnt sich, Sprachen zu lernen – dafür ist es nie zu spät“, meint Müller.

Besucherstrom garantiert

Mit 350 000 Besuchern pro Jahr und rund 1500 Lesern am Tag ist ein Besucherstrom in der Bibliothek garantiert. „Wir freuen uns, diesen Aspekt litauischer Kultur zu präsentieren“, sagt Bibliotheksleiter Manfred Sawallich, der die Schau mit Isolde Sohnius kurzfristig realisiert hat. Auch Mindaugas Lasas, Zweiter Sekretär der Botschaft der Republik Litauen, sowie der bekannte Lyriker Tomas Venclova und Professor Grasilda Blaziene vom Institut für litauische Sprache nahmen an der Vernissage teil.

Die Wiege der litauischen Schriftsprache ist Ostpreußen – Geburtsort des ersten litauischen Buches und der ersten litauischen Grammatik. Gezeigt werden in der Ausstellung die Stationen der Entwicklung der Sprache. „Es war kein leichter Weg mit Germanisierung, Polonisierung und Russifizierung sowie verschiedenen Schreib- und Sprech-Verboten“, zählt Blaziene in ihrer Einführung auf. „Die Ausstellung, die in ähnlicher Form bereits 2010 in Wien zu sehen war, feiert in Aachen ihre Premiere in Deutschland. Dafür wurden die Tafeln völlig neu überarbeitet. „Möglicherweise wandert die Schau danach weiter“, sagt Blaziene. „Ich freue mich, meine Muttersprache in Aachen, einer Stadt mit so tiefen kulturellen Wurzeln, zu präsentieren“, betont Künstler Valius.

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