Aachen - Ausstellung „Puppenträume”: Von jüngster Kindheit an der Faszination verfallen

Ausstellung „Puppenträume”: Von jüngster Kindheit an der Faszination verfallen

Von: Alexander Barth
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„Puppenträume” im Couven-Mu
„Puppenträume” im Couven-Museum: In der aktuellen Ausstellung sind Spielzeuge und Statussymbole aus der goldenen Zeit der Puppenmacherei zu sehen. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Porzellan, Gummi, Blech, Wachs oder Celluloid - das sind die Stoffe, aus denen die Träume von Christa und Peter Schulz sind. Seit Mitte der 1970er Jahre sammeln die beiden historische Puppen. Jetzt hat das Ehepaar seine Schätze dem Couven-Museum zur Verfügung gestellt.

Von morgen an bis zum 2. September sind die herausragenden Exponate ihrer rund 400 Exemplare starken Sammlung an „figürlichen Menschendarstellungen” in Aachens guter Stube zwischen Dom und Rathaus zu sehen.

Rund 100 Jahre Puppengeschichte werden präsentiert, „die Stücke entstammen allesamt der Zeit etwa zwischen 1870 und 1950”, erklärt Dagmar Preising, Leiterin des Couven-Museums. Eine Besonderheit sieht sie in der Tatsache, dass die Sammler selbst das Arrangement der Exponate übernommen haben. „So ergibt sich ein unverfälschtes, leidenschaftliches Bild”.

Die Ausstellung trägt den Untertitel „Vom Statussymbol zum Spielzeug”. Puppen habe es demnach schon in der Antike gegeben, oft als kultig verehrte Objekte aus Terrakotta. Im 19. Jahrhundert erlebte die Zunft der Puppenmacher schließlich ihre strahlendste Ära. Mit der Entdeckung der Kindheit als „goldener Lebensabschnitt” zur Zeit des Biedermeier und der Romantik entstand schließlich eine regelrechte Industrie, aus der große Konzerne wie das bekannte Unternehmen der Käthe Kruse hervorgingen. Werke aus dem Fundus der laut Christa Schulz „cleveren Puppengeschäftsfrau” sind im Couven-Museum ebenso zu sehen wie französische Porzellanpuppen, original chinesische Figuren oder italienische Filzpuppen. Die Ausstellung zeigt eine breite Palette von nachgebildeten Charakteren, die Emotionen transportieren, berühren, aber auch durchaus abschrecken können.

Eine ureigene Art von kultischer Verehrung kann man auch Christa Schulz attestieren, wie Sammler eben so sind. Von Kindheit an sei sie der Faszination von Puppen verfallen, berichtet sie. Ihre ersten Puppen habe sie bereits mit in die Ehe gebracht, „mein Mann hat sich erfreulicherweise von der Leidenschaft anstecken lassen.” So haben sie gemeinsam ihre „anderen Kinder”, wie sie sagen, nach und nach um sich geschart. Und sie sind froh, dass die eigenen Töchter in einem Haus voller Puppen „zu normalen, intelligenten Frauen herangereift sind”, wie sie augenzwinkernd erklären.

Der Puppendoktor schaut vorbei

Die Ausstellung „Puppenträume” ist bis zum 2. September im Couven-Museum zu sehen. Gleich am Samstag, 12. Mai, ist von 10 bis 18 Uhr ein Puppendoktor anwesend, der sich um mitgebrachte Sorgenkinder kümmert.

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