Aachen - Ausstellung in der Nadelfabrik: Kulturgut vor Verfall bewahren

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Ausstellung in der Nadelfabrik: Kulturgut vor Verfall bewahren

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„Papier ist nicht geduldig“: Archivleiter Thomas Kraus und Restauratorin Katherina Kleine bei der Eröffnung der Ausstellung. Foto: A. Herrmann

Aachen. Papier ist alles andere als geduldig. Das weiß Katherina Kleine als Restauratorin im Aachener Stadtarchiv nur zur Genüge. In akribischer Kleinarbeit bewahrt sie alte Urkunden und Standesamtsregister vor dem Verfall. Was dabei im Einzelnen zu beachten ist, verrät derzeit eine Ausstellung im Foyer der Nadelfabrik am Reichsweg.

Unter dem Titel „Papier ist nicht geduldig“ werden die verschiedenen Aspekte der Restaurierung angesprochen. Die Ausstellung zeigt unter anderem, welche Schäden wertvollem Kulturgut bei unsachgemäßer Lagerung drohen, und wie sie behoben werden können.

Neben alten Urkunden und Siegeln werden im Aachener Stadtarchiv beispielsweise Grafiken, Großformate und Fotografien instand gesetzt. „Viele Arbeiten passieren im Stillen“, weiß Archivleiter Dr. Thomas Kraus. „Beim Umzug des Stadtarchivs in die neuen Räume in der Nadelfabrik mussten alle Siegel der alten königlichen Urkunden fixiert werden, um sie vor Beschädigungen zu bewahren“, erzählt er. Das sei enorm viel Arbeit gewesen.

Mindestens ebenso aufwendig ist die Instandsetzung der alten Standesamtsregister. Die wurden zum Teil ganz einfach mit Tesa-Film geklebt, wenn einmal eine Seite eingerissen war. Im Stadtarchiv werden solch dilettantische Reparaturversuche mühsam entfernt, bevor die Seiten dann fachmännisch instand gesetzt werden. Dafür braucht es neben einem fundierten Wissen über chemische Prozesse und das jeweilige Papier auch jede Menge handwerkliches Geschick, wie Katherina Kleine meint. „Man wird mit Unikaten konfrontiert, da kann man sich keinen Fehler leisten“, betont sie.

Schäden, konservatorische Anforderungen, Notfallvorsorge, Papier, Grafiken und Großformate, Akten und Fotografien sind die Themen, mit denen sich die Ausstellung auf verschiedenen Stellwänden beschäftigt. Sie ist Ergebnis der Arbeit eines Arbeitskreises von Restauratoren, dem auch Katherina Klein angehört. So wollen die Restauratoren ihre Arbeit der Öffentlichkeit einen Schritt näher bringen. Um das Thema greifbar zu machen, gehört zur Ausstellung ein Buch, das eigens dafür hergestellt wurde: Ebenso wie im Mittelalter besteht der Deckel aus Holz. Ein Metallverschluss hält die Seiten zusammen und schützt sie so vor Staub. Und gebunden ist es wie die Bücher vor Hunderten von Jahren. Die Seiten allerdings sind leer und unberührt: Es ist eben nur ein Musterbuch.

Die Ausstellung ist noch bis zum 18. November im Foyer der Nadelfabrik am Reichsweg 30 zwischen 8 und 16 Uhr zu besichtigen.

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