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Außerirdische gesehen: Randalierer will Weltfrieden retten

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Eine vorübergehende Schließung der städtischen Einrichtung „Offene Türe Talstraße” war im Dezember 2008 das Ergebnis von Randale und aggressivem Verhalten eines Mannes, der jetzt als Beschuldigter vor der 9. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht steht.

Damals zerschlug der 29-Jährige, der in der Nachbarschaft wohnte, die komplette Einrichtung sowie Fensterscheiben, wie seine Lebensgefährtin vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Holger Brantin bestätigte. In dem Unterbringungsverfahren wird nun geklärt, ob der Mann dauerhaft untergebracht wird.

Auch nach den Vorfällen in der Talstraße wurde er klinisch behandelt, nach kurzer Zeit kam er jedoch wieder zurück und versetzte die Einrichtung mit seinen Aktionen weiter in Angst und Schrecken, sie musste geschlossen werden.

Es war nicht das erste Mal für den 29-Jährigen, der sich gerade von seiner Frau getrennt hatte. Bei seiner neuen Freundin habe er „einen verständigen, wenn auch immer unruhigen Eindruck” gemacht, sagte sie am Freitag, ihr habe er nie etwas getan, auch nicht, wenn er Cannabis geraucht habe - was er andauernd tat.

Doch ansonsten war das nicht von schlechten Eltern, was der Mann so alles zerstörte. Auslöser war wohl seine fixe Idee, er habe Außerirdische am Europaplatz ausgemacht.

Hier, so seine Einlassung, habe er einen von ihnen angetroffen und sich mit dem Wesen für den kommenden Tag verabredet. Das Wesen erschien aber nicht.

Seit der Zeit sprach er wohl öfter über Außerirdische. Doch er sprach nicht nur, sondern zerstörte auch anfallsweise und anscheinend wahllos diverse Lokalitäten.

So drang er in die Pförtnerloge des Hochhauses am Europaplatz ein und zerstörte sie völlig. Bei einer Einweisung in die Psychiatrie des Klinikums war er zunächst, wie die Schwester berichtete, einigermaßen ruhig.

Als er dann beim Schichtwechsel nicht auf der Stelle bedient wurde, rastete er aus, zertrat die Sicherheitsscheibe des Stationszimmer und verletzte die Schwester - er konnte nur von Sicherheitskräften und der Polizei fixiert werde. Der Anfall sei nicht vorauszusehen gewesen, meinte die Zeugin.

Ähnliches passierte auch im Alexianer-Krankenhaus. Als er hier eingewiesen wurde, schnappte er sich verschiedene Computer und warf sie aus der Station auf die Mörgensstraße. „Nur durch Zufall wurden vorbeigehende Ärzte nicht getroffen”, erklärte ein Zeuge.

Richter Brantin versuchte geduldig zu ergründen, wann die Wahnvorstellungen mit den ungebremsten Aggressionen denn begonnen hatten.

Es war nur schwer einzugrenzen, da er sich zu Hause anscheinend stets ordentlich benahm. Erst in der Öffentlichkeit rastete er aus, weil er den Weltfrieden jetzt und sofort wiederherstellen wollte, sagte sein Freundin.
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