Aachen - Ausgelaufenes Heizöl sorgt für Chaos

Ausgelaufenes Heizöl sorgt für Chaos

Von: Heiner Hautermans
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Die Feuerwehr legte eine Sperre aus Bindemittel, um die weitere Ausbreitung des Heizöls zu verhindern. Der Kreisverkehr Charlottenburger Allee/Auf der Hüls wird heute neu asphaltiert. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Kleine Ursache, große Wirkung: Weil eine Manschette an einem Tanklaster undicht war, liefen am Dienstagvormittag im Bereich Hüls etwa 500 Liter Heizöl aus. Als der Fahrer das Malheur bemerkte, war es schon zu spät.

Von vorbeifahrenden Pkw und Lkw wurde das Heizöl flächendeckend auf den angrenzenden Straßen verteilt, so dass die gesamte Ecke gesperrt werden musste. Daher kam es zu großen Verkehrsstaus und Behinderungen für die Firmen im angrenzenden Gewerbegebiet, deren einzige Verkehrsanbindung lahmgelegt war. Später stellte sich heraus, dass das Abstreuen und Reinigen der Fahrbahnen nicht ausreichte, der Asphalt muss in weiten Bereichen abgefräst und erneuert werden. Der Bereich bleibt deshalb bis Mittwochnachmittag gesperrt.

Der Tanklaster aus Köln stand auf einem Seitenstreifen der Wilmersdorfer Straße, wo sein Fahrer, nachdem er das Heizöl aus dem Tank der Zugmaschine schon ausgeliefert hatte, den Brennstoff aus dem Anhänger nach vorne umladen wollte. Bei diesem Umpumpen kam es zu der Undichtigkeit, die gegen 10.40 Uhr Polizei und Feuerwehr auf den Plan rief. Auch das Umweltamt und die Stadtwerke waren vor Ort. Die Wilmersdorfer Straße und der Kreisverkehr mit den Straßen Charlottenburger Allee und Auf der Hüls wurden sofort komplett gesperrt, weil sich auf allen kleinere und größere Mengen Heizöl befanden.

So konnten keine Busse mehr von den Fernbushaltestellen an der Wilmersdorfer Straße aus starten, auch für die Firmen in dem angrenzenden Gewerbegebiet mit Speditionen, Bäckereien, Maschinenverleih kam es zu großen Problemen. Vorübergehender Regen sorgte dafür, dass die Einsatzkräfte viel zu tun hatten. Feuerwehr-Einsatzleiter Hans-Georg Schümmer: „Heizöl vermischt mit Wasser ist das Schlimmste, was passieren kann. Das ist am rutschigsten. Da kriegen wir noch Spaß. Das dauert noch Stunden.“ Die Wehr beschränkte sich darauf, die gefährdetsten Stellen mit Bindemittel einzudämmen und abzustreuen, bevor Spezialfirmen anrückten, um die Fahrbahnen zu reinigen und Teile zu erneuern.

Glück im Unglück: Der Schaden für die Umwelt hielt sich in Grenzen, obwohl der größte Teil der Flüssigkeit in die umliegenden Gullys gelaufen war. Alle Regenwasserkanäle führten in einen Mischwasserkanal, der in der Kläranlage Soers endet, die über den Ölunfall informiert wurde. Schümmer: „Bis 1000 Liter Heizöl kann eine Kläranlage verkraften.“ Auch die untere Wasserbehörde war im Einsatz. Hat der Unglücksfahrer eine Buße zu erwarten? Schümmer Schulter zuckend: „Das ist Pech gewesen, ein klassischer Unfall.“

Durch die Sperrungen kam es zu großflächigen Beeinträchtigungen bis auf die Ringe und nach Haaren. Damit Friedhofsbesucher den Bereich verlassen konnten, wurden Poller im Bereich Schönebergstraße/Saurengasse abgebaut, dort konnten Fahrzeuge bis 2,8 Tonnen in Richtung Charlottenburger Allee fahren. Im Stau steckten etwa Dutzende Leichenwagen von Beerdigungsunternehmen und Lkw der Spedition Hammer, für die ein altes Firmentor Auf der Hüls geöffnet wurde. Teilweise wurden die schweren Fahrzeuge auch von der Polizei durch die 30er-Zone Auf der Hüls durch Haaren geleitet. Auch das Gartencenter öffnete eine Notöffnung, die jedoch zu klein für schwere Sattelschlepper war. Probleme hatten auch die Fahrzeuge einer Sicherheitsfirma, die ihre vorgeschriebene Route verlassen mussten. Ein Verantwortlicher: „Es ist eine Katastrophe.“

Bus verlor Diesel

Ein neuer Öleinsatz hielt die Feuerwehr auch nachmittags auf Trab. Ein Aseag-Bus zog um 15.30 Uhr eine kilometerlange Dieselspur vom Bushof bis zur Franzstraße.

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