Aachen - Ausdrucksstark und farbgewaltig: Der Kunstkalender der Lebenshilfe

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Ausdrucksstark und farbgewaltig: Der Kunstkalender der Lebenshilfe

Von: Martina Stöhr
Letzte Aktualisierung:
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Menschen mit Behinderungen in ihren Stärken zeigen: Sechs Künstler der Aachener Lebenshilfe zeigen im Kalender eine Auswahl ihrer Arbeiten.

Aachen. „Wir freuen uns sehr über die Begeisterung und die Faszination, die unser Kunstkalender ausgelöst hat”, sagt Norbert Zimmermann, Geschäftsführer der Werkstätten der Lebenshilfe. Entsprechend stolz sind die Künstler auf ihre Leistung.

„Die Ausdrucksfähigkeit der entstandenen Arbeiten haben mich sehr beeindruckt”, betont Bernd Schartmann, ehemals Geschäftsführer von Lindt und Sprüngli, der heute selbst künstlerisch tätig ist. Er und seine Ehefrau Ulla ermunterten die Lebenshilfe, die in der Kunstwerkstatt entstandenen Arbeiten in Form eines Kalenders herauszugeben.

In der Werkstatt der Aachener Lebenshilfe arbeiten seit September des vergangenen Jahres zwölf Menschen mit Behinderungen als Künstler. „Wir wollten ihnen Gelegenheit geben, sich ganz auf die Kunst zu konzentrieren und ihre Kreativität auszuleben”, erklärt Zimmermann. Unter der Leitung von Heike Hahner und Beatrix Al-Khadra, die die Gruppe unter kunstpädagogischen Gesichtspunkten betreuten, entstanden inzwischen eine ganze Reihe von Bildern, die auch fachkundigen Betrachtern wie Bernd Schartmann ausgesprochen gut gefallen. Seiner Initiative ist es zu verdanken, dass der Kalender jetzt zum Verkauf steht.

Sechs Künstler der Lebenshilfe zeigen darin eine Auswahl ihrer Arbeiten. „Man erkennt ihre Handschrift zum Teil schon wieder”, sagt Beatrix Al-Khadra. „Die Bilder haben jeweils einen ganz eigenen, originellen Charakter”, fügt sie hinzu. Viele Werke sind Collagen, andere Acrylmalereien auf Leinwand. Die Künstler wählten zum Teil einen kleinen Ausschnitt von Fotos aus der Zeitung oder Bildern und ergänzten ihn schließlich nach eigenem Gutdünken, erzählt Al-Khadra.

Die Ergebnisse bestechen zum Teil durch ihre Farbengewalt wie der „Hahnenkampf” von Thomas Hieber oder der „Dialog” von Jürgen Kirschbaum. Andere Künstler wiederum konzentrieren sich auf architektonische, feingliedrige Strukturen (Lars Otten) oder verarbeiten ihre Erfahrungen und Eindrücke in expressiven, bildnerischen Gestaltungen (Natalie Niessen). Bei Elisabeth Paulus spielen Zahlen und Buchstaben eine wichtige Rolle und Marcella Ludewigs Werke sind von einer großen Leuchtkraft und Tiefe geprägt. „Das sind hervorragende Arbeiten”, lobt Bernd Schartmann.

Für die Künstlerwerkstatt ist der Herausgabe des Kalenders ein erster Schritt in die Öffentlichkeit. Im folgenden Jahr sind verschiedene Ausstellungen geplant, unter anderem innerhalb des Amadeus-Festivals im Ballsaal des Kurhauses.

Dann soll auch ein Heftchen mit kleinen Texten herausgegeben werden, das die Künstler mit ihren Bildern bereichern. „Wir wollen Menschen mit Behinderungen in ihren Stärken zeigen”, sagt Norbert Zimmermann. Denn auch sie fänden ihren eigenen Stil und einen Weg sich auszudrücken. Die Behinderung werde dabei zur Nebensache.

Den Kalender (50x70) gibt es für 29 Euro an folgenden Verkaufsstellen: Aixcellent Aachen, Schmetz am Dom, Frankenberger Buchladen, im Buchladen in Laurensberg und bei Katterbach in Kohlscheid.
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