Aachen - Aus Liebe zum Aachener Karneval

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Aus Liebe zum Aachener Karneval

Von: Lee Beck
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Bussi im Ballsaal: Diese Damen hat bei der Karnevalsfete Florresei Palast im Alten Kurhaus sichtlich Spaß. Die Karten waren in diesem Jahr in nicht einmal zehn Minuten ausverkauft. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wo der Elferrat ist, da sind meistens auch sie, die Ehrenhüte des Aachener Karnevalsvereins (AKV). Unverkennbar in ihrem bordeauxfarbenen Pagenkostüm sind sie mit viel Disziplin in der fünften Jahreszeit unterwegs. Sogar Oberbürgermeister Marcel Philipp weilte vor seiner Zeit als Familienvater noch unter ihnen.

Brauchtumspflege, Respekt und Heimatverbundenheit: Schlagworte, die fallen, wenn die Ehrenhüte über ihr Engagement im Aachener Fastelovvend sprechen. „Und natürlich Spaß am Karneval, der darf nicht fehlen“, betont Daniel Büscher, Ehrenhut, mit einem Lachen.

Seit 1860 sind sie bei allen Veranstaltungen des AKV dabei, helfen hinter den Kulissen und, wenn es mal sein muss, auch auf der Bühne. Damals noch unter dem französischen Namen „Chapeaux d‘honneur“ aktiv, wachten sie schon bei der ersten Session des AKV über die Jecken. Zuvor waren sie auch schon beim Vorgängerverein „Florresei“ den gleichen Aufgaben nachgegangen.

Bis heute hat sich nichts geändert: „Diese Jahr haben wir zum Beispiel beim ‚Wider den tierischen Ernst‘ den Auftritt von Markus Maria Profitlich als Kaiser Karl unterstützt und natürlich auch die Künstler und Requisiten betreut“, sagt der Chef des Teams, Christian Schwartz. „Wir unterstützen den Elferrat, wo wir können, und geben auch immer 100 Prozent“, bestätigt auch Ehrenhut Simon Adenauer.

Nebenbei organisieren sie noch die berüchtigte Karnevalsfete Florresei Palast, ein Fußballturnier für Karnevalsvereine und sie begleiten den Prinz bei seinen Auftritten. Doch für die 13 ledigen jungen Männer ist das Ehrenamt viel mehr geworden, als nur ein Hobby oder eine lange Tradition. Vor allem die Liebe zur Kaiserstadt spielt eine entscheidende Rolle. „Manche von uns wohnen in Düsseldorf, Frankfurt oder Köln“, sagt Adenauer. Trotzdem treffen sich die Ehrenhüte regelmäßig, mindestens einmal im Monat beim Stammtisch. „Wir sind darüber hinaus auch alle befreundet.“

Deshalb ist es dieses Jahr auch umso schwerer, dass gleich fünf der Mitglieder nach 11 Jahren aufhören. Darunter ist auch Christian Schwartz selbst. „Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass man nach 11 Jahren aufhört“, sagt er ein wenig traurig. Für ihn sowie für Martin Schlemmer, Raffaele Parise, Christian Warias und Eric Kohnen heißt es dieses Jahr deshalb Abschied nehmen.

Für Nachwuchs ist aber schon gesorgt: „Wir haben zwei Jungs im Anwärterjahr“, sagt Adenauer. Denn wer bei den Ehrenhüten mitmachen möchte, der wird eine Session lang getestet. Schließlich müsse die Gruppe ja auch zusammenpassen. Obwohl man keine karnevalistische Vergangenheit haben müsse, seien ein regionaler Bezug, Disziplin und eine „gewisse Affinität“, wie Daniel Büscher hervorhebt, sehr wichtig. „Wir sagen zwar der Beruf geht vor, aber eigentlich ist der Ehrenhut unser Hobby Nummer Eins“, fügt Simon Adenauer hinzu.

Bei der Florresei Palast am vergangenen Samstag haben die Ehrenhüte in jedem Fall bewiesen, dass sie ihr Handwerk der Organisation in Perfektion beherrschen. Denn schon in ihrer Entstehungszeit gab es diesen Kostümball im Ballsaal des alten Kurhaus. „Dieses Jahr waren die Karten innerhalb von sechs Minuten ausverkauft, das ist ein neuer Rekord“, ist auch der zukünftige Oberehrenhut, Maximilian Lang, immer noch überrascht.

Der große Andrang war jedenfalls gerechtfertig, schließlich ist die Florresei seit Jahren schon ein Muss für alle Narren und Närrinnen am Karnevalssamstag. Unter die Jecken, die von dem Wheels, den Ehrenhüten selbst und auch dem Prinzen Thomas II. im Fastelovvend-Fieber gehalten wurden, mischten sich nach ihrem Auftritt auch die Vier Amigos. „Es ist einfach eine tolle Party und als Aachener ist es natürlich etwas Besonderes, in diesem Saal zu feiern“, erzählt Lokalstar Uwe Brandt. „Es ist einfach ein tolles Ambiente und eine super Stimmung“, fügt er hinzu.

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