Aus der grünen Insel wird nun ein Radweg

Von: Holger Richter
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Jahrelang war die ehemalige Bahntrasse am Grünen Weg sich selbst überlassen. Doch nun ist das entstandene Biotop Vergangenheit. Foto: Hans Falk
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Dort soll ein Rad- und Gehweg entstehen, die Rückschnitt- und Fällarbeiten sind bereits abgeschlossen. Foto: Holger Richter

Aachen. Hans Falk ist traurig. „Vorbei mit den Wildblumen, die Schmetterlinge anzogen, keine Kräuter mehr. Weg sind Strauchgestrüpp und Totholzdickicht, in dem sich Zaunkönige wohlfühlten, keine Stauden und Jungholztriebe mehr“, schreibt das Mitglied des Aachener Baumschutzbündnisses in einem Leserbrief den „Nachrichten“ beinahe schon in Gedichtform.

Seine Zeilen bezieht er auf eine ehemalige Bahntrasse, die den Grünen Weg kreuzt. Jahrzehntelang war diese der Natur überlassen worden. In dieser Zeit hat sie die Gleisstrecke in ein „wunderbar verwildertes Biotop“ verwandelt, so Falk. Doch dieses Biotop ist seit Anfang März Geschichte. Derzeit ist die Trasse freigelegt, die Sträucher sind gestutzt, viele Bäume gefällt. Das Holz liegt zum Teil in mächtige Stücke geschnitten am Wegesrand und wartet darauf, abtransportiert zu werden.

Die Stadt Aachen hat dort Fäll- und Rückschnittarbeiten vornehmen lassen, wie Stadtsprecher Hans Poth auf Anfrage der „Nachrichten“ bestätigt. Denn dort soll ein etwa 600 Meter langer und drei Meter breiter Geh- und Radweg entstehen, der den Grünen Weg mit der Krefelder Straße verbinden soll. „Das geht auf einen Beschluss des Mobilitätsausschusses vom 2. Februar 2012 zurück“, hat Poth nachgeblättert. In derselben Sitzung wurde seinerzeit auch der umstrittene Platanenkahlschlag am Templergraben beschlossen, der Entscheid zum Geh- und Radweg am Grünen Weg ging dabei etwas unter.

Doch nun haben die Arbeiten tatsächlich begonnen, im Frühsommer soll der Weg fertig sein. Inklusive Beleuchtung sei im Haushalt dafür eine Investitionssumme von 250.000 Euro eingestellt, teilt Hans Poth mit.

„Wir haben vor den aktuellen Arbeiten natürlich ein Baumschutzgutachten erstellt“, berichtet der Pressesprecher der Stadt. „Das ergab, dass rund 50 Bäume nicht mehr verkehrssicher waren und gefällt werden mussten.“ Und obwohl das Gutachten keine Ersatzpflanzungen vorschreibt, würden dennoch welche vorgenommen, betont Poth. „Die Böschung am Wegesrand wird neu bepflanzt mit Bäumen und Sträuchern.“

Hans Falk tröstet das wenig. „Das Biotop, der Lebensraum für die Tiere ist für Jahrzehnte verloren“, sagt er. Das sei besonders schade, „weil es die letzte grüne Insel am Grünen Weg war“, so Falk. Aus dieser Insel wird nun ein Geh- und Radweg.

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