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Aus dem Patrizierhaus in den Technobau

Von: Wolfgang Schumacher
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Bislang residiert die Regio ge
Bislang residiert die Regio gemeinsam mit dem deutsch-französischen Kulturinstitut im Haus Matthéy in der Theaterstraße. Foto: Harald Krömer

Aachen. Seit Wochen pfeifen es die Spatzen von den Dächern, jetzt ist es offiziell. Am Donnerstag bestätigte die Kölner Bezirksregierung, dass der deutsche Teil des grenzüberschreitenden Verbundes Euregio, die Regio Aachen e.V., in die Agit an der Dennewartstraße überführt wird.

In der Regio Aachen, die im Moment noch im ansehnlichen Haus Matthéy an der Theaterstraße sitzt, kümmert sich ein Team von insgesamt neun Mitarbeitern etwa um Grenzgängerbelange, um kulturelle Aktivitäten diesseits und jenseits der (möglichst unsichtbaren) Grenzen und um die sinnvolle Verwendung von Wirtschaftsfördermitteln aus gut gefüllten Brüsseler Töpfen, in denen sogenannte Interreg-Gelder liegen.

Vor Wochen Dementis

Sprecherin Christina Köntje bestätigte am Donnerstag für die Regierungspräsidentin Gisela Walsken den beschlossenen Umzug der Regio in die Räume der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit). Ihr Geschäftsführer Helmut Greif hatte noch vor wenigen Wochen den anstehenden Umzug öffentlich nicht bestätigen wollen. Auch der Regio-Geschäftsführer Arthur Hansen mochte sich damals nicht klar zu dem künftigen Zusammengehen äußern.

Denn gegen den politischen Wunsch, die Technologieschmiede in der Dennewartstraße mit den über die reine Wirtschaftsförderung hinausgehenden Aktivitäten zu koppeln, gab es bei den beteiligten Gruppen auch erhebliche Widerstände.

So wird die Regio, die sich über die Kreise Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen erstreckt, durch mehr als 50 Einzelmitgliedschaften von Verbänden, Hochschulen, Gemeinden oder politischen Körperschaften getragen. Entsprechend vielfältig ist das Anforderungsprofil an die Arbeit des Verbundes, der im übrigen auch so praktische Arbeit wie eine aktuelle Beratung in auch heute noch oftmals für den Einzelnen brisanten Grenzgängerfragen anbietet.

Laut Kölner Bezirksregierung steht der Fakt des Zusammengehens bereits seit Ende letzten Jahres fest. „Es gibt eben Aufgaben beider Institutionen, die sich überschneiden”, erklärte Klöntje die Gründe für die neue Vernunftehe.

Geld für „Linguacluster”

Dabei kommt es sicherlich der Agit zupass, das die 1981 gegründete Regio als deutscher Teil der Euregio die Aufgabe hat, solche grenzüberschreitenden Fördermaßnahmen und Projekte zu verwirklichen, die die soziale, wirtschaftliche und kulturelle Infrastruktur im Wirtschaftsraum zwischen Aachen, Lüttich, Hasselt, Maastricht und Heerlen stärken sollen. So gibt es beispielsweise ein neu aufgelegtes Schulprogramm mit dem wenig volksnahen Namen „Linguacluster”, das Austauschtreffen von Schülern aus dem französisch- und dem niederländisch sprechenden Teil der Euregio fördert.

Allerdings, so war zu hören, befürchten Insider aus den Verwaltungen, dass die doch grundlegend verschiedenen Organisations- und Entscheidungsstrukturen der beiden Institutionen ein schnelles und überwiegend problemfreies Zusammenwachsen schwierig machen werden. In jüngsten Gremiensitzungen wurde die Maxime an die Beteiligten ausgegeben, dass man zunächst einmal umziehen solle. Dann würden sich Synergien schon finden. Ob der Möbelwagen noch vor der Sommerpause kommt, steht einfach noch nicht fest.
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