Aus dem Lehrerzimmer auf den Chefsessel

Von: Margot Gasper
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Schule muss auch Spaß machen, sagt Andreas Lux. Seit 100 Tagen ist er Schulleiter der Gesamtschule Brand. Foto: Harald Krömer

Aachen. Die ersten 100 Tage hat er um: Dr. Andreas Lux ist neuer Schulleiter der Gesamtschule Brand. Der 52-Jährige ist erst der zweite Chef, den die Schule in ihrer Geschichte hat. Er „beerbt“ Walther Kröner, der die Schule an der Rombachstraße mit aufgebaut und fast 24 Jahre geleitet hat.

Eigentlich ist Lux ja „nur“ umgezogen: vom Lehrerzimmer ins Schulleiterbüro. Schließlich unterrichtet er schon 15 Jahre Chemie und Physik an der Gesamtschule. Aber natürlich bringt der Job als Schulleiter ganz neue Aufgaben und auch einen anderen Blick auf die Schule mit ihren aktuell gut 1360 Schülern und dem 120-köpfigen Kollegium mit sich. „Ich fühle mich an der richtigen Stelle“, sagt Lux nach 100 Tagen, er genieße die Zusammenarbeit mit einem „tollen Kollegium“.

Es war ein deutliches Signal der Kontinuität, dass hier einer aus dem Kollegium Schulleiter wurde. Und auch Andreas Lux beschwört diese Kontinuität: „Mein großes Ziel ist es, die Schule in der Spur zu halten, gerade jetzt, wo so viele Herausforderungen auf uns zukommen.“ Die ganz große Herausforderung ist auch an der Rombachstraße die Inklusion. Das selbstverständliche Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderung wird alle Schulen gewaltig verändern. Auch an der Gesamtschule sind Weichen zu stellen, obwohl die Schule 20 Jahre Erfahrung mit dem Gemeinsamen Unterricht (GU) von behinderten und nicht behinderten Kindern hat.

In den vergangenen Jahren wurden jeweils acht Kinder mit besonderem Förderbedarf aufgenommen. „Im kommenden Schuljahr werden es 15 sein“, sagt Lux. „Da können wir nicht weitermachen wie bisher.“ Schon die Verteilung der Förderkinder auf die Klassen wolle gut durchdacht sein. „Wir haben einen hohen Anspruch daran, wie Inklusion vernünftig umgesetzt werden kann.“ Diesen Standard wolle man im Interesse der Kinder halten. Deshalb hofft Lux fürs nächste Schuljahr auf eine gute Versorgung seiner Schule mit Sonderpädagogen.

Die Gesamtschulen sind – zu Recht – stolz darauf, Türen zu öffnen, erfolgreiche Schulkarrieren zu ermöglichen, die am Ende der Grundschulzeit vielleicht noch nicht so deutlich zu erkennen waren. „Bei uns haben Schüler ein Einser-Abitur gemacht, die im vierten Schuljahr keine Gymnasialempfehlung mitbrachten“, berichtet Lux. „Das gerade ist unsere Stärke: viele Kinder so zu fördern, dass sie mehr aus sich machen, als andere vorher gedacht hätten.“

Aber auch die Gesamtschule, sagt Lux, müsse weiter daran arbeiten, den Unterricht individuell auf die Bedürfnisse der einzelnen Kinder zuzuschneiden: „Die Schülerschaft wird immer vielfältiger. Deshalb müssen wir die Unterrichtsformen verändern, Formen des selbstständigen Lernens noch weiter ausbauen.“ Allerdings: „Wenn man das gut macht, dann wird es richtig teuer“, sagt der Schulleiter. Um jedes Kind bestmöglich zu fördern, müssten mehr Lehrer in die Klassen.

Andreas Lux stammt eigentlich aus Bremerhaven. Seiner Frau ist der gebürtige Friese vor Jahren nach Aachen gefolgt. „Und was als Übergangslösung gedacht war, ist uns zur Heimat geworden.“ Längst hat die Familie in Brand Wurzeln geschlagen. Bei allen Unsicherheiten, die eine sich verändernde Schullandschaft mit sich bringt, ist Lux eines wichtig: „Ich versuche, die Freude im Schulalltag zu halten. Auch in den schwierigsten Situationen darf man sich das Lachen nicht nehmen lassen.“ Nach den ersten 100 Tagen im Schulleiterjob sagt Lux das noch mit sehr viel Überzeugung.

In Brand verwurzelt

Als Sinnbild für Kontinuität an der Gesamtschule kann man auch die Musikmuschel vom Brander Markt verstehen. Die hat die Gesamtschule quasi von den Brander Bürgern geerbt und in einer spektakulären Aktion an die Rombachstraße geschafft. Nun steht das Teil runderneuert auf dem hinteren Schulhof und sieht aus wie neu. Walther Kröner hatte den Umzug der Haube noch eingefädelt. Sein Nachfolger darf nun mit der Schulgemeinschaft die Aktionen unter dem Dach der Muschel planen. „Am 6. September feiern wir ein großes Stadtteilfest an der Musikmuschel“, kündigt Lux an. Ein Fest für die Schule und alle Brander.

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