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Aus dem Bus, rauf aufs Rad und dann in die Bahn

Von: Juliane Kern
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Ein Beispiel aus Berlin: Auch am Brandenburger Tor gibt es eine Fahrradleihstation. Foto: ddp

Aachen. Wer in Berlin, Hamburg, Stuttgart, München oder Köln aus Bus oder Bahn steigt, kann zur Weiterfahrt an vielen Stationen ein Fahrrad mieten - und es in der Nähe seines Ziels wieder abstellen. Nun will auch Aachen ein öffentliches Fahrradleihsystem einführen.

Jedenfalls dann, wenn die Pläne der Stadtverwaltung die Jury des bundesweiten Wettbewerbs zum Modellversuch „Innovative öffentliche Fahrradverleihsysteme” überzeugen.

„Wir möchten das Fahrrad in den ÖPNV integrieren”, sagt Christiane Gastmann, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Verkehrsanlagen.

Rund zehn Millionen Euro stellt das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung für solche Projekte zur Verfügung; Aachen hat sich zusammen mit Bonn und dem Oberbergischen Kreis - alle drei sind Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise -Êum eine Förderung beworben.

Bekommt Aachen den Zuschlag, würde der Bund die Kosten für das System - geschätzt eine Million Euro in den ersten drei Jahren - zu 80 Prozent übernehmen. Gefördert würden nicht nur die Kosten für den Bau der Stationen und die Anschaffung der Fahrräder, sondern auch Instandhaltungs- und Wartungskosten.

Das Aachener Konzept sieht zwischen 40 und 50 Stationen mit je zwölf Fahrrädern vor. Eingerichtet werden sollen sie in einem Radius von rund 300 Metern. Ein Unternehmen soll dafür sorgen, dass immer genügend Fahrräder an den einzelnen Stationen stehen und dass sie fahrtüchtig sind.

In Zusammenarbeit mit Aseag und AVV sollen spezielle Tickets für die Nutzung von Bus, Bahn und Fahrrad entwickelt werden. Zudem ist eine Kooperation mit Carsharing-Unternehmen geplant.

Und was wird das System den Nutzer kosten? „Die erste halbe Stunde sollte kostenlos sein. Die Kosten für eine längere Nutzung orientieren sich dann an den im ÖPNV üblichen Preisen”, erklärt Stadtplaner Ralf Kaulen, der an der Entwicklung des Konzepts beteiligt war.

Langfristig hoffen die Planer, über Aachen, Bonn und den Bergischen Kreis hinaus weitere Städte und Kreise für das Konzept zu begeistern.

Die Entscheidung, ob das System gefördert wird, fällt am 10. August in Berlin. Dann wissen die Aachener Planer auch, ob sie ihre Ideen konkretisieren können. Im Verkehrsausschuss wurde die Teilnahme am Wettbewerb im April übrigens einstimmig begrüßt.

Ob sich die neue politische Mehrheit nach der Kommunalwahl für das Konzept einsetzen wird, wenn der Wettbewerb nicht gewonnen wird, ist aber unklar.

Die Ideen zur Einführung eines öffentlichen Fahrradverleihsystems sind Teil eines Gesamtkonzepts zum Ausbau des Fahrradverkehrs in Aachen. „Dazu gehört natürlich auch eine Verbesserung der Infrastruktur, also neue, sicherere Radwege”. sagt Radverkehrsplanerin Gaby Mans.
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