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„Aufwaachen“: FDP will die Altstadt aus dem Schlaf reißen

Von: Gerald Eimer
Letzte Aktualisierung:
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Rechnen mit einem „vernünftigen Wahlergebnis“: die Spitzen der FDP in Stadt und Städteregion Georg Helg, Wilhelm Helg, Sigrid Moselage und Werner Pfeil (v.l.). Foto: Harald Krömer

Aachen. Nie war die FDP stärker im Rat vertreten, als in der zu Ende gehenden Legislaturperiode. Und nie drohte sie stärker einzubrechen, als bei der bevorstehenden Wahl. Nach dem Aus im Bundestag müssen die Liberalen nun auch in Aachen und in der Städteregion um ihren komfortablen Fraktionsstatus bangen.

Eine größere Enttäuschung könnte sich der langjährige Fahrensmann Georg Helg derzeit kaum vorstellen. „Das würde unsere Arbeit auf den Kopf stellen“, sagt er.

Und damit meint er sowohl die Arbeit im Stadtrat, wo er lange Jahre den Ton für die FDP angegeben hat, als auch im Städteregionsrat, für den er aktuell tätig ist und erneut als Spitzenkandidat ins Rennen geht. „Wir haben die Opposition angeführt“, ist er gemeinsam mit Werner Pfeil überzeugt. Der wahre Antreiber für eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der Städteregion sei die FDP gewesen, meint Pfeil.

Sie sei es auch gewesen, die sich stets an vorderster Front für die gemeinsame Wirtschafts- und Wissenschaftsregion stark gemacht habe. Die bisherige Arbeit von CDU und Grünen reiche jedenfalls nicht aus, um Stadt und Kreis zusammenzuführen. Mit einiger Berechtigung könne die FDP im Wahlkampf behaupten, für „das neue AC-Gefühl“ in der Städteregion zu stehen. Der wahre „Knaller“ aber sei die auf die Stadt zugeschnittene Kampagne „Aufwaachen“, ist Georg Helg überzeugt. Die sei zwar durchaus auch intern umstritten gewesen, hebe sich dafür aber deutlich von allen anderen ab. „Wir finden sie origineller.“

Vor allem aber setzt sie aus Sicht des Aachener FDP-Fraktionschefs Wilhelm Helg auch an einem wunden Punkt an. „Aachen hat in den letzten 20 Jahren geschlafen“, sagt er. Daher müssten jetzt alle Kräfte gebündelt werden, um etwa die Entwicklung der Altstadt voranzutreiben. Von der neuen Einkaufslandschaft „Aquis Plaza“ erhofft sich auch die FDP mehr Besucher in der Stadt. Damit die übrigen Innenstadtbereiche nach der Eröffnung Ende nächsten Jahres jedoch nicht den Anschluss verlieren, sollte etwa ein „externer Manager“ eingestellt werden.

Wie sein Verwandter Georg ist auch Wilhelm Helg überzeugt, dass es gute Argumente für ein Kreuz bei der FDP gibt. Immerhin habe man einige Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen. Als einzige Fraktion habe man sich etwa frühzeitig gegen die Campusbahn gestellt. Damit habe die FDP rund zwei Drittel der Wähler auf ihrer Seite gehabt, rechnet er das Ergebnis des Bürgerentscheids gegen das Schienenprojekt hoch. Als einzige Fraktion habe sie sich auch deutlich gegen eine Erhöhung der Gewerbesteuer ausgesprochen, die aus Sicht der FDP den Wirtschaftsstandort schwäche. Vor allem kleinere Unternehmen würden bereits über einen Umzug in Nachbarkommunen nachdenken.

Nein, „Sorgen um ein vernünftiges Wahlergebnis“ mache er sich nicht, erklärt daher auch Wilhelm Helg. „Vielleicht können wir ja noch das eine oder andere Mandat hinzugewinnen.“ Denn das Desaster im Bundestag sei in erster Linie im Osten entstanden. In Aachen habe man im September 2013 immerhin noch 6,3 Prozent der Stimmen einfahren können. Die Arbeit der letzten fünf Jahre sowie das Wahlprogramm bieten genug Punkte, warum mach die FDP wählen sollte, sind die Spitzenkandidaten überzeugt.

Für die heiße Schlussphase bis zum 25. Mai hat sich Wilhelm Helg, der auch für das Oberbürgermeisteramt kandidiert, Urlaub genommen. „Wir müssen uns jetzt voll reinhängen“, bekräftigt auch Georg Helg. Noch nie zuvor habe er „so viel Wahlkampf gemacht wie jetzt“, sagt er. Sollte es am Ende doch nicht mehr für die Fraktionsstärke reichen, will er sich zumindest nicht vorwerfen lassen, nicht alles gegeben zu haben.

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