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Aufführung von „Die lustige Witwe” im Theater überzeugt

Von: Heike Nelsen-Minkenberg
Letzte Aktualisierung:

Aachen. „Die Lustige Witwe”, Franz Lehars Erfolgsoperette von 1905, brachte bei der Premiere am Sonntagabend das Stadttheater zum Kochen. „Total begeistert” waren unsere drei Publiukumskritiker. Leo Jendrusch ist froh, dass es wieder Operetten in Aachen zu sehen gibt.

„Choreographie, Tanz, Dynamik waren toll”, sagt er. „Und auch das Orchester.” Michaela Maria Meyer in der Rolle der reichen Witwe Hanna Glawari hat ihn mit ihrer Stimme und Bühnenpräsenz beeindruckt.

Einst hat Graf Danilo (Martin Berner) sie wegen ihres bürgerlichen Standes verschmähen müssen, nun wird der notorische Schwerenöter darauf angesetzt, sie zu heiraten: um mit ihren Millionen den drohenden Staatsbankrott zu vermeiden.

Regisseurin Adriana Altaras hat die deutsche Botschaft in Paris als Ort der Handlung ausgewählt und spielt auf die aktuellen Staatsfinanzen an. „Ganz besonders zu Hause fühlte ich mich, weil der Gastgeber der Bundespräsident war”, sagt Elke Eschweiler. Das riesige Porträt im Hintergrund, vor dem das Botschaftspersonal mehrmals unter der Ehrenbezeugung „mein Fürst” salutierte, brachte das ganze Theater zum Schmunzeln.

„Wenn man die momentane Finanzkrise mit Humor nimmt, erzielt man durchaus ein positives Ergebnis”, sagt Eschweiler. Die „Lustige Witwe” ist ihre Lieblingsoperette, sie hat sie schon in unterschiedlichsten Inszenierungen gesehen - keine gefiel ihr so gut wie die Aachener: „Das Stadttheater hat bewiesen, was es kann, und dass es wie der Dom zu Aachen gehört.”

Die „traumhaften Stimmen” haben sie beeindruckt. Nicht nur die der Hauptdarsteller, auch Louis Kim in der Rolle des Camille de Rosillon hat sie überzeugt. Der stellte der Botschaftergattin (Eva Bernard) nach, neben Hanna und Danilo das zweite Paar des Abends.

Bis sie sich nach den operettenüblichen Verwechslungen und Verwirrungen zum Happy End ihre Liebe gestehen können, vergehen drei Akte. Zu wenig, findet Angelika Ulrich. „Schade, dass es so schnell vorbei war. Ich war total erschreckt, als es schon zur Pause läutete.”

Mehr als kurzweilig

Die Inszenierung ist mehr als kurzweilig. Mit vielen Überraschungseffekten: „Man dachte, es kann keine Steigerung mehr geben und dann kam immer noch ein bisschen mehr”, sagt Ulrich. „Es gab nichts, was nicht perfekt in die Inszenierung gepasst hätte”, ergänzt Leo Jendrusch. Regie, Bühnenbild, Kostüme - alles stimmte. „Manche werden sagen gewagt, aber ich fand es toll” spielt Eschweiler auf die leichtbekleideten Grisetten an, auf die vielen eindeutig-zweideutigen Anspielungen und den Mut der Regisseurin, die „Lustige Witwe” komplett der Mottenkiste zu entreißen und jung und frech auf die Bühne zu stellen.
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