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„Aufbruch“ in Kunst und Kommunikation

Von: Ingrid Peinhardt-Franke
Letzte Aktualisierung:
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„Aufbruch“: Unter diesem Titel stellt die Künstlerin Gerda Zuleger einige ihrer Arbeiten in der Theaterschule aus. In den Bildern geht es um humanitäre Hilfe und Integration von Flüchtlingen. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Blick auf ein aufgewühltes Meer mit hohen Wellen ist das erste, was der Betrachter in der Ausstellung sieht. „Das ist das, was die Flüchtlinge, die in den Schlauchbooten über das Meer kommen, als erstes erleben, wenn sie ihr Land verlassen“, sagt die Malerin Gerda Zuleger.

„Angst und Schrecken.“ Weitere Gemälde greifen andere Szenen der Flüchtlingsrouten auf – angekommen an Land und hoffnungsvoll zu Fuß unterwegs, aber auch gestürzt in den Abgrund unendlichen Leids angesichts der vielen Menschen, die auf der Flucht ums Leben kommen.

„Ich kann derzeit keine schönen Bilder malen“, stellt Zuleger klar. „Angesichts der politischen Lage ist mir das nicht möglich. Aber ich muss es auch nicht. Als Künstlerin möchte ich mit meiner Arbeit Zugang auch zu schwierigen Themen schaffen und Auseinandersetzungen fördern. Derzeit geht es um humanitäre Hilfe und Integration der Flüchtlinge, um das Verständnis ihrer Lage und um eine Verbesserung der Gesprächskultur.“ Für sie steht nun mit ihrer Ausstellung „Aufbruch“ auch ein Aufbruch in der Kommunikation an, den sie mit einem Selbstportrait mit einem goldenen Balken über dem Mund thematisiert: „Schweigen ist nicht immer Gold.“

Mit dem Flüchtlingsthema und der damit verbundenen Angst vor dem Fremden oder der Überfremdung setzt sie sich eng mit dem rund 200 Jahre alten Theaterstück „Nathan der Weise“ auseinander, das derzeit in der Theaterschule Aachen gespielt wird. Auch hier geht es um andere Kulturen, andere Religionen und die Frage nach richtig und falsch. Die Antwort kann nur lauten, dass alle Menschen gleich sind und Humanität an erster Stelle vor allem anderen steht.

Ingeborg Meyer, die künstlerische Leiterin der Theaterschule, freut sich über den „Aufbruch“ von Gerda Zuleger, der genau zu ihrem Thema passt: „Als wir seinerzeit das Stück in unser Programm nahmen, konnten wir gar nicht ahnen, dass die Flüchtlingsnot so groß wird. Jetzt wollen wir mit unseren künstlerischen Mitteln und auch unseren Räumen helfen, Ängste zu nehmen und Begegnungen und Gespräche zu fördern.“

Folgerichtig kommt nun als drittes Thema zu Theater und Malerei eine Begegnung der Religionen in die Theaterschule, die der christliche Unternehmer Jürgen Kutsch mit seiner gleichnamigen Stiftung initiiert hat.

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