Aachen - Auf der Suche nach dem Bürgerservice

Auf der Suche nach dem Bürgerservice

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:
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Teamleiterin Karin Neisser (links) mit ihrer Crew in den neuen Räume an der Wespienstraße. Der Bürgerservice besteht seit mehr als elf Jahren. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Wespienstraße? Wo ist die denn? Ausgerechnet das erste Stück mit den niedrigen Hausnummern führt ein ziemlich unbekanntes Dasein. In eine dieser niedrigen oder einstelligen Hausnummern (8 bis 10) nahe der Reihstraße ist seit Dienstag der Bürgerservice der Stadt Aachen gezogen.

Grund: Die Service-Dependance „Katschhof” ist vor dem Baulärm und Schmutz geflohen, der aufgrund des Umbaus im dortigen Verwaltungsgebäude etwa zwei Jahre lang einen geordneten Dienst am Bürger unmöglich machen wird.

Jetzt erwartet den Bürger, der einen neuen Pass haben oder sonstige Formalitäten mit der Stadtverwaltung regeln muss, im ersten Stock des Gebäudes schräg gegenüber von „Saturn” und nahe der hinteren Elisengalerie ein freundlicher Warteraum. Hier sollte man eine Wartemarke ziehen. Durch einen längeren Flur geht es dann zu den Beratungsplätzen, an denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Servicecenters auf ihre „Kunden” warten, mit Teamleiterin Karin Neisser sind es insgesamt elf Kräfte.

Letzte Kiste

Bereits seit Donnerstag vergangener Woche, erklärte Neisser am Dienstag den „Nachrichten”, sei man umgezogen und heute morgen habe man die letzte Kiste ausgepackt. „Hier das ist ein Provisorium. Aber die Räume sind schön hell und freundlich”, freut sich die Leiterin über das neue Domizil und findet, dass sich auch die etwa 80 Bürger, die den Service am Dienstag bereits bis 12 Uhr besuchten, wohl gefühlt hätten. Eine kleine Umfrage im Warteraum bestätigte den Eindruck.

Nur wo sich jetzt genau die Wespienstraße befindet, wussten auf Anhieb nicht alle Servicesuchenden. Eine junge Mutter mit Kinderwagen etwa meinte, „ein netter Mann” habe ihr den Weg vom Katschhof dorthin gewiesen, sie kannte die zentral gelegene Straße nicht. Natürlich war sie vor verschlossene Tore am Katschhof gelaufen und sah zunächst ratlos auf den Umzugszettel. Eine andere junge Frau mit osteuropäischen Akzent meinte pfiffig, sie habe schließlich einen Stadtplan und somit „kein Problem”.

Zwei junge Männer unter Dreißig zogen schließlich das Internet zu Rate. Der Umzug werde auf der städtischen Homepage dick angekündigt „und ein Link” führe zu einem Lageplan. Nur ein älterer Mann. etwa Mitte Fünfzig, schaute eher desorientiert in den Raum, er bekam den Tipp, „erst einmal ein Märkchen ziehen”.

Der Service am ersten Morgen ging zügig vonstatten, Wartezeiten gab es kaum. Das ist nicht immer so, kommen doch etwa zur Reisezeit im Sommer täglich bis zu 500 Klienten zum Bürgerservice, da kann es auch länger dauern.

Gleichberechtigt arbeitet der zweite Teil des Bürgerservices im Hochhaus am Bahnhof, der im ehemaligen Einwohnermeldeamt untergebracht ist. Karin Neisser: „Die Bürger meinen im Moment, die ganze Stadtverwaltung zieht um. Das stimmt ja nur teilweise.”

Amtsleiter Marcell Raschke weist noch auf einen kleinen Mangel hin: „Die Einrichtung ist vorübergehend und leider nicht völlig barrierefrei.” Zwar bringt der Aufzug Menschen mit Behinderung problemlos in den ersten Stock des Hauses an der Wespienstraße, doch die nächste Behindertentoilette ist in der Elisengalerie. Seine Empfehlung: „Dann besser den Service am Bahnhof nutzen.”
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