Aachen - Auf der Brache Beverstraße bewegt sich was

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Auf der Brache Beverstraße bewegt sich was

Von: Heiner Hautermans
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Rücken bald die Bagger an? Bl
Rücken bald die Bagger an? Blick von der Kronprinzenstraße auf das 12 000 Quadratmeter große, teilweise meterhoch überwucherte Brachgelände, links die Beverstraße. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Brand zweier Autos am Freitag an der Kronprinzenstraße hat den Blick wieder auf ein Grundstück gelenkt, das - wie das Kaiserplatz-Gelände - seit Jahren brachliegt: das des ehemaligen Finanzamts an der Beverstraße.

Ende 2006 waren die Gebäude abgerissen worden, weil sie stark mit PCB belastet waren, seitdem ist nichts mehr passiert. Abhilfe scheint aber in Sicht, da der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW das Gelände an einen Investor veräußert hat. Sprecher Hartmut Gustmann: „Wir sind uns einig, aber der notarielle Vertrag ist noch nicht unterzeichnet.” Der neue Eigentümer kann nun in die weit gediehenen Planungen einsteigen.

Anwohner beklagen seit Langem, dass sich das verwilderte und zugewachsene 12.000 Quadratmeter große Areal zwischen Bever-, Goerdeler- und Kronprinzenstraße zu einem Treffpunkt für dunkle Gestalten entwickelt hat. Betroffen ist auch der kleine Spielplatz hinter der Bismarckstraße.

An dessen etwas versteckt liegendem Eingang hinter dem ersten Haus an der Goerdelerstraße treffen die „ Nachrichten” auf die beiden Bezirksbeamten Gerd Liebehenz und Willi Rutkowski, die nach den Ereignissen von Freitag die gesamte Problemzone in Augenschein nehmen.

Sie schildern, dass die angrenzenden Hauseigentümer die Eingänge zu dem Spielplatz am liebsten verschließen lassen würden, entsprechende Begehungen mit der Stadt habe es schon gegeben. Auf dem Spielplatz habe man sogar schon durchreisende Drogenkäufer aus Russland angetroffen: „Es ist erstaunlich, wie schnell sich herumspricht, wo etwas zu kaufen ist.”

Obwohl die Sonne scheint, ist der Spielplatz am Nachmittag gähnend leer. Die Beamten wissen auch warum. Oberkommissar Liebehenz: „Das ist jedes Jahr in den Sommermonaten ein Problem.” Nicht nur die Drogenhändler - und -konsumenten, sondern auch Alkoholiker hinterlassen ihren Müll. Die Folge: „Eltern mit Kindern kommen nicht mehr.” Dabei ist die Anlage ja durchaus für Jugendliche und Kleinkinder geplant worden, eine Tischtennisplatte steht immer noch verlassen herum, ein Basketballkorb wurde abmontiert.

Wenn der Spielplatz nicht geschlossen werden sollte, plädieren die Beamten zumindest für bauliche Veränderungen: „Es wäre von Vorteil, wenn das Gelände offener und von der Straße her einsehbar wäre. Das schreckt ab.” An der Beverstraße suchen sie nach dem Einstieg in das Brachgelände und werden schließlich um die Ecke an der Kronprinzenstraße fündig. Dort, wo auf Privatgrund die beiden Fahrzeuge in Brand gesteckt worden waren, befindet sich ein mannshohes Loch im Zaun.

An der Seite liegt wilder Müll: „Das ist ein richtiger Schandfleck hier. Wenn wir das Abfallwirtschaftsamt anrufen und entsorgt wird, liegt kurz danach neuer Müll hier.” Eine Anwohnerin spricht die Polizisten an und sagt, dass sie auch schon Drogenkonsum auf dem Spielplatz der angrenzenden Kita gesehen habe.

Beim Gang über das Gelände äußern die Bezirksbeamten durchaus Verständnis für die Jugendlichen: „Zwei Gruppen chillen hier ab und wissen nicht, was sie den ganzen Tag tun sollen. Es gibt ja zu wenig Einrichtungen für sie.” Mit vereinten Kräften wuchten die Ordnungshüter eine schwere Eisenplatte wieder auf einen Schacht, der über der fünf Meter darunterliegenden Tiefgarage verrutscht worden war.

BLB-Sprecher Gustmann weiß nicht, weshalb das Land im Jahr 2007 das Interesse an dem Projekt verloren hat. Die Kollegen vor Ort würden eine Sicherheitsüberprüfung vornehmen und gegebenenfalls einen Wachdienst engagieren, um ungebetene Besucher außen vor zu halten.

Bei der Stadt verweist man darauf, dass der Planungsprozess weit fortgeschritten ist, es fehlt für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 879 nur noch der Satzungsbeschluss durch den Rat.

Axel Costard vom Presseamt: „Theoretisch kann ein neuer Investor an dieser Stelle weitermachen, der alte Plan ist nach wie vor in Kraft, mit dem BLB wurde ein Durchführungsvertrag geschlossen.” Er lässt viele Möglichkeiten wie den Bau eines Hotels mit bis zu 100 Zimmern und/oder Wohnungen, Büros und Geschäften zu.
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