Aachen - Auf dem KJ-Ball wird anders gefeiert

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Auf dem KJ-Ball wird anders gefeiert

Von: Tobias Dammers
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Auch junge Leute ab 16 Jahren feiern gerne Karneval, allerdings anders als ihre Eltern oder älteren Geschwister. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Auf so einer Party war Sandra, die blau-weiße Matrosin, noch nie. Erst vor wenigen Tagen ist die Schülerin 16 Jahre alt geworden. Endlich. Bisher war sie zu jung für all die Discos und Partys, von denen ihre Geschwister an Karneval immer schwärmten. Jetzt ist sie 16. Dieses Jahr ist sie ohne ihre Eltern unterwegs.

Im Aachener Karneval gibt es unzählige Veranstaltungen, Feste und Bälle, nicht nur zwischen Fettdonnerstag und Rosenmontag. Auf den meisten feiern Jung und Alt nebeneinander, „18 bis 80“ könnte das gängige Motto lauten.

Das Konzept des KJ-Balls ist anders. Eintritt ist hier ab 16 Jahren, die Party richtet sich vor allem an ein jüngeres Publikum. Leute wie Sandra. Und die hat nun mal andere Prioritäten und Ansprüche an eine gelungene Party als Mama oder Papa. Urkomische Büttenreden, steifes Prinzentum und Tanzmariechen gehören nicht dazu. „Karneval ist cool, aber vor allem will ich mit meinen Freundinnen feiern“, sagt Sandra.

Geschickt kombinieren der Veranstalter des KJ-Balls (BDKJ, Bund der Deutschen Katholischen Jugend) Karneval und die Party-Vorstellungen der Zielgruppe. Überraschend ist dies nicht, vor allem, da die Organisation größtenteils selbst von Jugendlichen übernommen wird. Kaum einer der Verantwortlichen und Planer ist älter als 25 Jahre, die meisten der ehrenamtlichen Helfer hinter den Theken sind um die 18. Alle sind erfahrene Karnevals- und KJ-Ball-Veteranen. Vor wenigen Sessionen standen sie noch auf der anderen Seite des Tresens.

Trotz jugendlicher Leichtigkeit ist die Veranstaltung professionell geplant. Sicherheit und Spaß werden kühl im Voraus gegeneinander abgewogen. Ein Securitydienst garantiert einen geordneten Ablauf, für etwaige Eskalationen stehen Sanitäter bereit. Harter Alkohol wird nicht verkauft, dafür (schales) Bier in rauen Mengen.

Noch immer kommt das Konzept des BDKJ an. Jedes Jahr strömen Hunderte von wild kostümierten, jungen Karnevalisten zur Party in die Gesamtschule Aachen-Brand. Allerdings auch von Jahr zu Jahr weniger. Dieses Mal waren es „nur“ noch knapp 1000 Feierwütige. Vor einigen Jahren kamen noch rund 500 Gäste mehr.

Seit Jahren gibt es den KJ-Ball. Daran wird sich auch in Zukunft nichts ändern. Vielleicht dann mit Sandra als Verantwortlicher.

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