Aachen - Auf dem Katschhof werden die Karls zum beliebten Fotomotiv

Auf dem Katschhof werden die Karls zum beliebten Fotomotiv

Von: Martina Feldhaus
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Schon wird die Kamera gezückt: Viele Passanten haben bereits am Mittwoch am Katschhof die vielen roten Karls fotografiert. Noch bis Samstag wird Skulptur für Skulptur auf einem Lattenrost befestigt. Foto: Harald Krömer

Aachen. Mittlerweile stellt Karl der Große den Dom in den Schatten. Natürlich nur im übertragenen Sinn. Denn die vielen roten und goldenen Karls, die mittlerweile den halben Katschhof besiedeln, sind gerade mal einen guten Meter groß.

„Ganz schön klein“, findet Dagmar Kinkeldey aus Aachen. Sie ist am Mittwoch eine von vielen Passaten, die vorbeischlendern – und zufällig oder ganz gezielt gucken, was auf dem Katschhof passiert

Seit Montag entsteht dort die Installation des Nauheimer Konzeptkünstlers Ottmar Hörl. Zum diesjährigen Karlsjahr hat Hörl rund 700 mal Karl den Großen in Kunststoff gießen lassen. Noch bis Samstag – dann wird die Aktion um 12 Uhr eröffnet – werden 495 kleine Karls auf dem Katschhof gesetzt, einer nach dem anderen.

Klar, das so ein Aufbau-Spektakel Touristen wie Aachener gleichermaßen anlockt. Sie alle bleiben stehen, beobachten Künstler und Helfer bei der Arbeit, zücken ihre Smartphones und Kameras – schon ist das Foto im Kasten. Der Dom im Hintergrund wird dabei zum Statisten. Nicht jedem ist allerdings klar, warum Karl der Große in Skulpturenform den Katschhof bevölkert. Ein Handvoll Reisender aus der Pfalz fragt neugierig herum, ein paar Ortskundige geben Auskunft.

Auch die Begleiter von Uschi Schulte-Sasse haben sowas noch nie gesehen. Sie sind gerade erst in Aachen angekommen – aus der amerikanische Partnerstadt Arlington. „Meine Tochter macht bei dem Austausch mit“, erklärt Schulte-Sasse. „Wir holen sie gerade vom St. Leonhard Gymnasium ab, da sind wir hier vorbeigekommen.“ Ihre amerikanischen Gäste – die Gasttochter und ihre Eltern – staunen nicht schlecht, als sie erfahren, worum es bei der Installation geht. Und scherzen gleich: „Wir dachten, das sei extra für uns organisiert worden. Als Willkommens-Geschenk!“.

Kunst kann eben auch Spaß machen. Den haben auch einige Kinder, die zwischen den Karlsfiguren umherflitzen. Denn abgesperrt ist hier nichts. Angucken, anfassen, drumherumlaufen – das alles ist erlaubt. Wer will, kann außerdem das temporäre Zelt besuchen. Darin arbeiten Künstler Hörl höchstpersönlich sowie Aufbauleiter Christoph Maisenbacher und Techniker Werner Scheuermann. Sie schrauben unter jeden Karl eine Spanplatte. Vorher signiert Hörl jede Figur. Obendrein kriegt jede Skulptur eine eigene Nummer – damit sie nach der zweiwöchigen Aktion ihren Weg zu dem Bürger findet, der für sie bezahlt hat.

Direkte Rückmeldungen

Denn die Aktion wird komplett von Aachenern finanziert. Eine Premiere für Hörl. „Das ist toll, wie die Bürger das mittragen.“ Nicht so toll findet der Künstler manche kratzbürstigen Kommentare, denen er sich beim Aufbau stellen muss. „Teilweise wird das sehr persönlich“, sagt er. Aber auch positive Rückmeldung bekommt Hörl für seine Karls-Horde. Einer von ihnen wird bald Dagmar Kinkeldey gehören. Sie hat einen roten Kaiser gekauft – und will ihn nach der Aktion in ihrem Ferienhaus am Rursee aufstellen.

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