Aachen - Auf dem Bend wird für Sicherheit viel getan

Whatsapp Freisteller

Auf dem Bend wird für Sicherheit viel getan

Von: Georg Dünnwald
Letzte Aktualisierung:
bendsicher_bu1
Das schafft der 16-jährige Bruno Dreßen am Steuer dieses Brummis spielend: Eine enge Kurve zu nehmen, ohne irgendwo anzuecken. Foto: Ralf Roeger

Aachen. „Nirgendwo sind die Fahrgeschäfte so sicher wie in Deutschland”, weiß Bendmanager Peter Krings vom Eurogress. Das Bauordnungsamt nehme jeden Betrieb nach seinem Aufbau ab. „Der Geschäftsinhaber führt ein Baubuch mit, das immer abgezeichnet wird.” Und alle ein bis fünf Jahre, je nach Geschäftsart, müsse ein Betrieb vom TÜV abgenommen werden.

„Die Achterbahn mit dem Doppellooping ist einmal jährlich dran”, sagt der Vertreter der Stadt. „Der ist absolut pingelig, aber das ist ja auch richtig”, kommentiert ein Schausteller.

Es wird geschuftet

Derzeit wird auf dem Bendplatz hart geschuftet. Arbeitern und Geschäftsinhabern läuft der Schweiß in Bächen Gesicht und Rücken herunter. Sie müssen sich beeilen. Denn am Freitag jeäht d´r Bend op. „Das hier ist die größte Baustelle Aachens”, sagen Schaustellerchef Peter Loosen und Festzeltwirt Alwin Fiebus unisono.

So viele Kräne wie auf dem Rummelplatz sind sonst nirgendwo zu sehen. Wo stehen diese Lkw und Kräne, während der Rummel läuft? Auf einem Platz am Westbahnhof oder auf Loosens Betriebshof, ist Krings´ Antwort. Großteile von Fahrgeschäften werden von Kränen hochgehievt und passgenau montiert.

Schwere Brummis werden zentimetergenau aneinander vorbeigeführt, da passt nichts mehr zwischen, aber es passiert auch nichts. Auch der erst 16-jährige Bruno Dreßen, der einen Sonderführerschein hat, schafft es spielend, eine Kurve zu nehmen. Es sieht chaotisch aus.

Ein Chaos mit System ist das und großartig geplant. „Zuerst müssen die Großen aufbauen, dann kommen die Kleinen dran”, erklärt Krings seine Strategie. Schließlich brauche eine riesige Achterbahn zum Aufbau einige Meter mehr Platz und auch einige Zeit. Für ein kleines Geschäft werde weniger Zeit benötigt. Deshalb stehen auch erst am Freitagmorgen alle Geschäfte.

Der Öcher Bend bietet Unterhaltung, das ist klar. Aber er biete auch größtmögliche Sicherheit, glaubt Krings. Sogar dann, wenn auf einen Schlag 15.000 Rummelgäste den Platz bevölkern, ist ein schnelles Entkommen bei einer Panik möglich. „Wir haben vier Ein- und Ausgänge. Die drei alten sind bei der Platzsanierung erweitert worden, der neue an der Henricistraße wurde schon breit genug gebaut”, sagt Krings. „Immer mal einen Blick aufs Riesenrad werfen”, rät Krings. Denn wenn Gefahr in Verzug sei, beispielsweise bei einer Sturmwarnung, würden zuallererst einmal auf diesem Gerät die Lichter gelöscht und die Fahrgäste aufgefordert, ihre Gondeln zu verlassen. Das bedeute dann: „Der Platz wird stillgelegt.”

Die Polizei stehe stets im Hintergrund bereit, das Rote Kreuz sei vor Ort „an Haupttagen sogar verstärkt”, und alle Fluchtwege stünden immer offen, so der Bendmanager. „Ein festes Fluchtleitsystem erwies sich als abwegig”, ist Krings überzeugt. „Man weiß ja nie, was wann und wo passieren könnte.” An jedem Bendgeschäft hänge sichtbar ein Hinweis, der die Notrufnummern von Polizei und DRK und auch des Bendmanagers enthalte, und schließlich sei auch an jedem Eingang ein Bendplan aufgestellt, dem auch entnommen werden könne, dass das DRK seine Zentrale am Eingang Süsterfeldstraße habe. „Seit drei Jahren haben wir den Rundweg, der vom Haupteingang wieder zum Haupteingang führte, aufgegeben. Wir haben Querstraßen eingeführt, so sind kürzere Laufzeiten zu einem der vier Ein- und Ausgänge möglich.”

Ausweichen auf Auto-Scooter

Schließlich verdeutlicht Krings, dass die Feuerwehr immer den jeweiligen Belegungsplan des Bends abnehme und sich auch vor Ort die Rettungswege beschaue - auch danach, ob Rettungswagen schnell genug durchkommen. „Sollte es zu voll sein, können im Notfall die Gäste auch auf ein Fahrgeschäft, beispielsweise einem Autoscooter, ausweichen.” Mehr Sicherheit könne nicht geboten werden, ist Krings überzeugt. Er freut sich, dass am Freitagnachmittag der Aufbaustress vorbei ist und der Rummel endlich beginnen kann.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert