Auf Aachens Straßen wieder reichlich Schlaglöcher

Von: Tobias Dammers
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Jedes Jahr nach einem frostigen Winter gibt es viele Schlaglöcher auf Aachens Straßen, wie hier auf der Oranienstraße im Frankenberger Viertel. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Die Straße ist mit Kratern übersät. Manche von ihnen sind klein, andere wiederum so groß wie eine Radkappe. In den Kratern sammeln sich Schmutzwasser, Asphaltsplitter und Dreck. Selten kann man die wahre Tiefe der Löcher erkennen. Ein geplatzter Reifen kann hier noch das kleinste Übel sein.

Was nach Wald- und Wiesenweg klingt, ist in Wahrheit die Bismarckstraße im Frankenberger Viertel – und zurzeit Alltag im Aachener Verkehr: Schlaglöcher. Durchaus ein bekanntes Phänomen nach einem frostigen Winter.

Im Laufe des Jahres dringt nämlich Wasser durch kleine Risse in die Straßenoberfläche ein. Sobald der Bodenfrost einsetzt, gefriert dieses Wasser zu Eis und dehnt sich in kleinen Hohlräumen unter dem Asphalt aus. Manchmal vergrößern sich die Hohlräume dabei um bis zu zehn Prozent ihres Volumens. Auch wenn Eis und Schnee irgendwann schmelzen, bleiben die Spalten unter der Straße bestehen. Durch die tonnenschwere Belastung des Verkehrs splittern zusätzlich noch die Bruchkanten ab und vergrößern die Löcher: ein Schlagloch, ein Krater, ein Ärgernis ist geboren.

In Aachen sind derzeit vor allem die Salierallee und Straßen im Frankenberger Viertel betroffen, hat Harald Beckers vom Presseamt der Stadt Aachen beobachtet.

Das kommt auch daher, dass „Straßen wie die Bismarck- oder Oranienstraße schon vor dem Wintereinbruch in einem beklagenswerten Allgemeinzustand waren“, so Beckers. Zum Teil wiesen sie sogar noch Schäden aus dem letzten Winter auf.

Der Aachener Stadtbetrieb stemmt sich mit zehn eigenen Mitarbeitern gegen die Bröckelei der Straßen. Aufgrund der niedrigen Temperaturen könnten die Mitarbeiter derzeit aber nur provisorische, begrenzte Hilfe leisten, räumt Beckers ein. Sobald ein aufmerksamer Bürger Schäden meldet, rückt die Einsatzgruppe schnellstmöglich aus und flickt die Schlaglöcher mit sogenanntem Kaltasphalt. Mehr als eine Erste-Hilfe-Maßnahme für die Straße ist dies aber nicht. Manchmal können die „Asphalt-Flicker“ sogar nur Warnschilder aufstellen. Gerade dann sollten alle Autofahrer aber besonders Acht geben, da die Stadt dadurch nicht mehr zwingend für eventuelle Auto-Schäden haften muss.

Um alljährliche Schäden der Straßen und ein erneutes Aufplatzen im nächsten Winter zu vermeiden, ist eine qualifizierte Reparatur mit (teurerem) Heißasphalt notwendig. Die ist aber erst bei wärmeren Temperaturen möglich. Normalerweise beauftragt die Stadtverwaltung im Laufe des Jahres Fremdfirmen mit der langfristigen Sanierung der Straßen – sofern das Geld reicht. In der Salier- und Bismarckstraße war dies letztes Jahr offenbar nicht der Fall. Laut Harald Beckers stehen der Verwaltung dazu für Straßenunterhaltung und Brückenbau pro Jahr immerhin 5,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Neben den konventionellen Maßnahmen im Kampf gegen die Schlaglöcher haben sich auch skurrile Methoden etabliert. So gibt es für Smartphones bereits eine „Aachen-App“, bei der Infos über Schlaglöcher verbreitet werden, oder „Schlagloch-Patenschaften“ in klammen Gemeinen wie Mönchengladbach.

Das effektivste Mittel gegen Schlaglöcher dürfte aber immer noch umsichtiges Fahren und ein regelmäßiger Blick auf den Tacho sein. Sowohl auf holprigen Waldwegen als auch in der Bismarckstraße.

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