Orsbach - Auch Landschaften gehören zur Kultur

Auch Landschaften gehören zur Kultur

Von: Katharina Urbanczyk
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Bürgermeisterin Margrethe Schmeer (3. von rechts) höchstpersönlich legte gemeinsam mit Vertretern euregionaler Naturschutzverbände Hand an bei der Pflanzaktion regionaler Obstbäume am Wochenende in Orsbach. Foto: Martin Ratajczak

Orsbach. Mit Spaten und Gummistiefeln wurde am Sonntag ein Stück euregionale Geschichte und Kultur gefördert. Vertreter des Naturschutzbundes (Nabu) Aachen sowie der niederländischen Organisationen Instandhouding Kleine Landschapselementen Limburg (IKL), Regionaal Landschap Haspengow-Voeren und De Winning haben im Rahmen der Aktion „Blütenband – zwischen Mensch und Landschaft“ seltene Obstbäume auf der Obstwiese Finkenhag nahe der deutsch-niederländischen Grenze in Orsbach gepflanzt.

Die eingepflanzten alten Obstsorten würden heute kaum noch gezüchtet und drohten somit verloren zu gehen, erläuterte Aachens Bürgermeisterin Margrehte Schmeer, die sich persönlich für den Erhalt der Obstbäume einsetzte. „Es geht darum, Kulturraum und Geschmacksvielfalt zu schützen“, sagte sie und griff beherzt zum Spaten.

Der Vormarsch des Plantagenobstes würde diese Obstorten zunehmend in Vergessenheit geraten lassen, erklärte der Vorsitze des Nabu Aachen, Claus Mayr. „Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass es neben den Supermarktobst, es auch noch andere Obstsorten gibt.“ Bei der Aktion gehe es nicht nur um den Erhalt einer Landschaft, „sondern auch um den Erhalt einer Kultur“, betonte er. Zu den wichtigsten Aachener Obstsorten gehörten zdie Münsterbirne, der Aachener Hausapfel oder das „Seidenhemdchen“. Außerdem seien die Obstbäume oder Sträucher auch ein wichtiger Lebensraum für Tiere.

Das Thema Kulturlandschaft ist auch Gegenstand der Bewerbung Maastrichts als Europäische Kulturhauptstadt 2018. „Es muss nicht immer Kunst und Musik sein, auch Landschaften sind wichtiger Bestandteil einer Kultur“, sagte Claus Mayr.

Auch Bürgermeisterin Margrehte Schmeer sieht die Kandidatur Maastrichts als große Chance an: „Es ist wichtig, dass die Bedeutung seltener Obstsorten ins Bewusstsein der Menschen rückt.“ Aber auch wenn die Kandidatur scheitern sollte, werde das Projekt nicht fallen gelassen: „Wir werden uns weiter dafür einsetzen“, kündigte Aachens Nabu-Chef Claus Mayr an.

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