Aachen - Auch kein „Public Viewing“ auf dem Tivoli

Auch kein „Public Viewing“ auf dem Tivoli

Von: Werner Breuer
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Dunkel genug: Beim Open Air-Kino auf dem Tivoli reichte vor Jahren eine Leinwand. Weil die WM-Spiele aber angepfiffen werden, wenn es noch hell ist, müsste für das Public Viewing eine LED-Wand aufgestellt werden . Foto: Harald Krömer

Aachen. Sollte ausgerechnet der Tivoli zum Fußball gucken nicht geeignet sein? Grünen-Fraktionsgeschäftsführer kann sich das nicht vorstellen und ist deshalb einigermaßen irritiert über einen Beschluss des Eurogress-Betriebsausschusses. Der hatte sich am Dienstagabend gegen Public Viewing im Stadion entschieden.

Das letzte Wort ist damit allerdings noch nicht gesprochen. Den Tivoli als Treffpunkt zum Rudelgucken von Spielen der Fußballweltmeisterschaft hatten die Grünen Anfang des Jahres ins Gespräch gebracht. Da zeichnete sich schon terminliches Gedränge in der Innenstadt ab: Während der WM findet Ende Juni auch die Aachener Heiligtumsfahrt statt, außerdem ist noch Karlsjahr.

Weil Katschhof und Markt – wo sich noch bei der WM 2010 die Fans vor der großen Leinwand versammelten – nicht zur Verfügung stehen, wiesen die Grünen in Richtung Soers. Die Verwaltung soll prüfen, ob das Stadion für diese Zwecke geeignet ist.

Probleme mit der Rasenheizung

Ist es wohl nicht, hat Helmut Ludwig erfahren. Mit einer Leinwand – wie vor Jahren beim Open-Air-Kino auf dem Tivoli – sei es nicht getan, weil die WM-Spiele um 18 Uhr und um 21 Uhr angepfiffen würden. Dann sei es noch zu hell, deshalb müsse eine LED-Wand aufgebaut werden. Und die müsste angesichts der Ausmaße des Stadions entsprechend üppig dimensioniert sein, damit die Zuschauer keine Ferngläser brauchen.

Eine solche Trumm würde aber zu Problemen mit der Rasenheizung führen. „Es kann doch wohl nicht sein, dass dieser Rasen nicht mehr verträgt als einen Rasenmäher“, wundert sich Ludwig. In anderen Fußballarenen gebe es große Konzerte, dort würden Lkw über Abdeckplatten auf dem Rasen fahren. Ludwig hält solche technischen Probleme für lösbar, „man muss es nur wollen“.

Das Eurogress wollte aber nicht. „Wir sehen es nicht als unsere öffentliche Aufgabe an, auf dem Tivoli Public Viewing zu veranstalten“, erklärt Eurogress-Geschäftsführerin Kristina Wulf. Dabei hält sie das Rudelgucken im Stadion durchaus für reizvoll. Nur selbst veranstalten wolle das Eurogress, dass sich um die Vermarktung des Tivoli jenseits des Fußballbetriebs kümmert, eben nicht.

„Deshalb waren wir mit einem anderen Veranstalter im Gespräch“, erklärt Wulf, „aber der hat sich dagegen entschieden.“ Mit den technischen Problemen habe man sich gar nicht mehr groß beschäftigt. „Wir haben keinen Veranstalter gefunden“, so Geschäftsführerin Wulf, „damit war das erledigt.“

Für das Eurogress vielleicht, aber nicht für die Fußballfans. Denn seitens der Alemannia gibt es durchaus Interesse am Public Viewing auf dem Tivoli. Alexander Mronz, der Geschäftsführer der Alemannia Aachen Spielbetrieb GmbH, hatte das unlängst in einem Interview mit unserer Zeitung schon bekundet.

Dabei weiß auch er, dass ein solches Spektakel nicht so einfach zu organisieren ist wie ein Fußballabend mit Gästen daheim vor der Glotze. Nötig sei ein richtiges Konzept. „Wir überprüfen das sehr ernsthaft“, sagt Mronz. Dabei wird sicher auch über die Rasenheizung zu reden sein, aber Alexander Mronz ist da ähnlicher Ansicht wie Helmut Ludwig: „Die technischen Probleme lassen sich lösen.“

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