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Auch in Aachen kann kostenfrei gesurft werden

Von: Martina Stöhr
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Öffentliches WLAN in Aachen: NetAachen Geschäftsführer Andreas Schneider (l.) und OB Marcel Philipp unterzeichneten am Mittwoch eine Kooperationsvereinbarung. Sie sieht kostenlose Internetzugänge für die Innenstadt bis zum Beginn des Weihnachtsmarkts vor. Foto: Ralf Roeger
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Überall Internetempfang: das ist das Ziel des öffentlichen WLANs in Aachen. Foto: Stock/MiS

Aachen. Die Aachener Innenstadt soll bis zum Weihnachtsmarkt ein flächendeckendes WLAN-Netz bekommen. Oberbürgermeister Marcel Philipp und Andreas Schneider, Geschäftsführer von NetAachen, unterschrieben dazu jetzt einen dreijährigen Kooperationsvertrag.

Demnach wird es rund um Dom und Rathaus, in den Fußgängerzonen und im Bereich der RWTH 24 sogenannte Access Points geben. Die erlauben dann einen kostenlosen und freien Zugang ins Internet. Wer sich einloggen will, braucht zunächst einmal keinen Code und keine Internet-Adresse. Wer allerdings länger als eine halbe Stunde im Netz bleiben will, der muss sich eine sogenannte Tageskarte mit entsprechenden Zugangsdaten besorgen. Aber auch die soll frei erhältlich und kostenlos sein.

Dass andere Städte schon längst über ein solches Netz verfügen, hat nun auch die Stadt Aachen auf den Plan gerufen. Laut Oberbürgermeister Marcel Philipp ist das Thema nicht neu. Schon seit Jahren beschäftige man sich damit. Mit NetAachen habe man jetzt den geeigneten Partner gefunden, um die Idee in die Tat umzusetzen. Immerhin sei NetAachen ja auch ein Joint Venture, an der die Stadt über die Stawag beteiligt ist. NetAachen will also für die notwendige Infrastruktur sorgen, die Stadt ihrerseits zahlt nichts. Einnahmen soll es später durch Sponsoren geben, die entsprechend auf dem Eingangsportal werben können. Laut Schneider soll das freie Internet in beiden Richtungen gleich schnell funktionieren. „Die Leute sollen Spaß dabei haben, es zu nutzen“, sagt er.

Das öffentliche Netz in der Innenstadt soll aber nur ein erster Schritt sein. In Richtung RWTH sei eine Kooperation mit dem dort bereits vorhandenen Netz möglich. Und auch das Öcher WLAN meldet sich zu Wort. Dieses Netzwerk trumpft mit 1000 Access Points in Aachen auf – gegen Gebühr. „Wir würden sehr gerne mit NetAachen und der Stadt zusammenarbeiten“, meinte Nikolaos Kourgiantakis vom Öcher Netz. Laut Schneider ist eine Zusammenarbeit mit anderen Netzen immer erwünscht.

Gutscheine in Geschäften

Die Wahl von NetAachen als Kooperationspartner habe sich von selbst ergeben, so Marcel Philipp. Der Telekommunikationsanbieter sei auf die Stadt zugekommen. Und da die Stadt ihrerseits kein Geld in die Hand nehmen wollte, seien mögliche Kooperationspartner nicht gerade reich gesät gewesen. Jetzt hoffen die Verantwortlichen, dass sie bis zum Beginn des Weihnachtsmarkts ein Netz auf die Beine stellen, das in der Innenstadt freies Surfen im Internet erlaubt. Und wenn dieser erste Schritt erreicht sei, sei das nicht wenig, meinen alle Beteiligten.

Bis zum Weihnachtsmarkt 2014 soll die notwendige Infrastruktur durch NetAachen auf allen Flächen rund um Dom und Rathaus schrittweise zur Verfügung gestellt werden. 30 Minuten werden dem User kostenfrei zur Verfügung gestellt. Kurz die Nutzungsbedingungen bestätigt, und schon „ist man drin“ – ohne Angabe von persönlichen Daten. Der User will mehr? Kein Problem! In einer gemeinsamen Kooperation mit dem MAC (Märkte und Aktionskreis City e.V) könnten z. B. in Aachener Geschäften und Lokalen kostenlose Gutscheine mit Codes hinterlegt werden, mit denen dann 24 Stunden im Netz gesurft werden kann.

Dass die Stadt in Sachen öffentliches WLAN nun derart vorprescht, findet nicht die Zustimmung aller Parteien. Die Piraten halten den Vertrag für überstürzt. „Wir haben eher zufällig davon erfahren, obwohl das Internet doch gerade unser Hauptthema ist“, meint Ratsherr Udo Pütz. Ein öffentliches WLAN-Netz erfordere eine gründliche Planung, wenn es gut funktionieren solle.

Die SPD, die einen entsprechenden Antrag Ende 2013 gestellt hat, begrüßt hingegen den jetzigen Vorstoß. „Es ist eine Basis, auf der man aufbauen kann“, meint Fraktionschef Michael Servos. Allerdings hätte er sich ein Konsortium von Betreibern gewünscht. Zudem plädiert er für einen Gratiszugang ohne zeitliche Beschränkung.

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