Auch für Designer gilt: Der Kunde ist König

Von: Jan Mönch
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Auf dem Weg ins Berufsleben: Die Absolventen des FH-Designstudiengangs David Perez Canto, Katharina Riedel und Natascha Ferrest (v.l.). Foto: Heike Lachmann

Aachen. Natascha Ferrest ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr sich ein langer Atem auszahlen kann. Schon immer habe sie gern gestaltet und „den Dingen eine Form gegeben”. Bereits in der Oberstufe besserte sie ihr Taschengeld mit kleinen Aufträgen in Sachen Design aus. Die Bewerbung für den entsprechenden Studiengang wurde dann allerdings abgelehnt. „Drei oder vier Mal”, mit Sicherheit kann sie das nicht mehr sagen.

Natascha Ferrest ist heute 27 Jahre alt und arbeitet als freiberufliche Mediendesignerin. Ihre vierte oder fünfte Bewerbung muss es gewesen sein, die an der Fachhochschule (FH) Aachen schließlich für gut befunden wurde.

Im vergangenen Wintersemester hatte sie dann ihren Abschluss in der Tasche - mit der Traumnote 1,0. „Dass man vorher so viele Anläufe braucht, ist aber eine absolute Ausnahme”, glaubt die Eifelerin.

Eine Ausnahme vielleicht, aber keine absolute. Denn auch David Perez Canto benötigte mehrere Anläufe, um in dem Institut am Boxgraben 100 aufgenommen zu werden. Dennoch konnte auch sein Notenschnitt von 1,3 sich später sehen lassen. Er steht nun vor dem Sprung in die Selbstständigkeit.

Laut Professor Christoph Scheller, Lehrstuhl für Kommunikationsdesign, sind dies zwei von drei üblichen Wegen, die Absolventen nach dem Studium einschlagen. Der Dritte: Eine Anstellung in einem Unternehmen - für diese Möglichkeit entschied sich Katharina Riedel (die an der FH auf Anhieb angenommen worden war).

„Ich habe schon in der Schule alles mitgenommen, was es an Kunst gab”, erinnert sich David Perez Canto. Und dass eine kreative Ader unabdingbar ist, wenn man einen der beiden an der FH angebotenen Zweige - Kommunikationsdesign und Produktdesign - studieren will, erklärt sich eigentlich von selbst.

Woran aber merkt man, dass ein Dasein als Designer eher nicht das Richtige ist? Natascha Ferrest: „Wenn man keine Kritik verträgt, das geht überhaupt nicht.” David Perez Canto: „Man muss selbstständig arbeiten können.” Und ganz wichtig: „Man darf nicht denken, dass es darum geht, sich selbst zu verwirklichen. Man ist kein Künstler, es geht immer um den Kunden”, stellt Katharina Riedel klar.

Auf den Einstieg in die Wirtschaft wurden die drei Alumni in ihrem Studium gezielt vorbereitet, etwa durch langfristige Kooperationen mit der Aseag oder dem CHIO.

Auch gab es immer wieder gemeinsame Projekte mit der RWTH, zum Beispiel den Architekten oder den Maschinenbauern. Natascha Ferrest: „Man muss ein Verständnis dafür entwickeln, dass immer auch andere Berufsgruppen an einem Projekt beteiligt sind. Strategieentwicklung und Konzeption gehört in allen praktischen Seminaren dazu.”

So gehört es heute zum Tagesgeschäft der Absolventen, sich mit der Situation auf dem Markt des jeweiligen Klienten auseinanderzusetzen. Katharina Riedels Arbeitgeber konzipiert Messeauftritte, etwa für Automobilkonzerne.

„Im Gespräch mit dem Auftraggeber finden wir heraus, was die Strategien für die nächsten Jahre sind, wie das Image aussehen soll.” Was macht der Kunde gut, was vielleicht nicht so gut? Dann ist es unsere Aufgabe, das Produkt dreidimensional erlebbar zu machen.” Oft gehe es um ein „Redesign”, also um die Weiterentwicklung bestehender Konzepte.

David Perez Cantos noch zu gründendes Unternehmen dagegen will anderen Neugründern auf die Sprünge helfen. „Wir wollen dem Kunden ein Gesicht verleihen.

Das fängt mit einem Firmenlogo an und geht weiter mit Briefbögen und Visitenkarten. Heutzutage obligatorisch ist natürlich eine Website.” Wie sieht es mit der zu erwartenden Auftragslage aus?

„Im Grunde sensationell gut. Man muss sich nur mal bei der IHK angucken, wie viele Firmengründungen es gibt.”

Ausstellung ist Freitag und Samstag geöffnet

In der Fachhochschule stellen die Absolventen des ablaufenden Semesters am Wochenende ihre Abschlussarbeiten vor. Die Ausstellung erstreckt sich über das gesamte Gebäude am Boxgraben 100. Geöffnet ist am Freitag und Samstag jeweils von 11 bis 18 Uhr.

Eingeladen ist jeder, der sich für die gut 30 Abschlussarbeiten interessiert. Insbesondere aber will die FH Schulabgänger ansprechen, die mit dem Gedanken spielen, ein Studium in Kommunikationsdesign oder Produktdesign anzutreten.

Gern gesehen sind auch potenzielle Arbeitgeber. Professor Christoph Scheller: „Als Lehrender ist man stolz zu sehen, wie erfolgreich das Studium auf den Berufsalltag oder die Existenzgründung vorbereitet.”

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