Auch die „belgische Fritte“ steht auf dem Stundenplan

Von: Heike Nelsen-Minkenberg
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Festakt im Gymnasium St. Leonhard: 13 Grundschulen aus der Euregio tragen jetzt offiziell das Siegel „Euregioprofilschule“. Unter anderem befassen sich die Kinder mit der Sprache der Nachbarn. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Fröhlich französisch, deutsch, niederländisch vor sich hinplappernd eroberte eine ganze Heerschar Grundschüler die Aula des St. Leonhard-Gymnasiums. Denn in einem Festakt wurden die ersten 13 Schulen ausgezeichnet, die in Zukunft das Siegel „Euregioprofilschule“ tragen dürfen.

Damit endet eine dreijährige Vorbereitungsarbeit. „Für uns ist heute der allerletzte Tag in diesem Projekt – und es ist toll, den mit so einem Fest begehen zu können“ freute sich Florian Niehaus von der Bezirksregierung Köln.

Das Konzept, das er mit seinen Kollegen ausgearbeitet hat, ruht auf drei Säulen: Erstens müssen die Schüler die Möglichkeit haben, eine der beiden Nachbarsprachen Niederländisch und Französisch zu lernen. „An manchen Schulen ist sogar beides möglich,“ lobt Niehaus.

Um das zu leisten, bekommen die Grundschulen vielfältige Unterstützung, zum Beispiel durch das Deutsch-Französische Kulturinstitut in Aachen, das sich mit Sprachkursen für Lehrer engagiert. „Ich halte dieses Projekt für sehr wichtig, weil es die Möglichkeit bietet, bereits in Grundschulen Französischunterricht anzubieten und damit frühzeitig Hemmschwellen abzubauen,“ so Angelika Ivens, Leiterin des Kulturinstituts.

Zweitens muss in einer Euregioprofilschule die Option bestehen, mindestens einmal im Jahr Schüler aus dem Nachbarland kennenzulernen – am besten sogar mit einer festen Partnerschule. Und schließlich sollen die Schulen mit dem Buch „Euregio Vis-à-Vis“ arbeiten, das auf Struktur und Besonderheiten der einzelnen Nachbarländer eingeht. Natürlich kommt auch das Kulinarische nicht zur kurz, der „belgischen Fritte“ beispielsweise ist ein eigenes Kapitel gewidmet.

Um möglichst viele Lehrer und Schüler für die Arbeit mit dem neuen Konzept zu begeistern, lobte die Region Aachen einen Videowettbewerb aus, bei dem die Grundschüler kleine Geschichten in den Nachbarsprachen spielten. Den dritten Platz teilten sich die GGS Alsdorf Kellersberg/Ost und die GGS Schönblick Heimbach. Auf dem zweiten Platz landete die GGS Am Höfling, die zwar (noch) keine Euregio-Profilschule ist, sich aber wie Dutzende andere am Wettbewerb beteiligte. Der erste Preis ging an eine belgische Schule, an Het Kleine Athenaeum, Hasselt. Dort wird ein Filmteam nach den Sommerferien einen Profilfilm über die Schule drehen.

„Das war zwar der erste Wettbewerb, aber es muss ja nicht der letzte bleiben“, stellte Florian Niehaus weitere Anreize für das kommende Schuljahr in Aussicht.

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