Aachen - Auch die Aachener Tafel muss haushalten

Auch die Aachener Tafel muss haushalten

Von: Georg Dünnwald
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Die Aachener Tafel sammelt mit Unterstützung von „Nachrichten” und WDR wieder Weihnachtskisten für ihre Kunden. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der viel besungene Aufschwung ist längst nicht bei jedem angekommen. Mehr und mehr Menschen scheint es schlecht zu gehen, sie kommen wirtschaftlich nicht auf die Beine.

Das belegen die Zahlen der Aachener Tafel, Immer mehr Kunden hat sie. Was aber kein Grund zur Freude ist, denn jeder Kunde mehr ist ein weiterer Beleg für immer größer werdende Armut.

„Seit einiger Zeit bedienen wir unsere Einzelkunden nur noch einmal wöchentlich, nur wer Kinder hat, darf zwei Mal die Woche kommen.” Jutta Schlockermann, Vorsitzende der Aachener Tafel, bedauert diese Situation. „Aber daran ist nichts zu ändern.” Zwar würden der Tafel noch genügend Lebensmittelspenden übergeben, „aber wir müssen ganz schön haushalten”.

Nun hat die Tafel die magische Zahl von 3000 registrierten Kunden überschritten. Waren im vergangenen Jahr zur gleichen Zeit 2509 Kunden in der Kartei notiert, so waren es am Montag 3024. „Die Abgänge durch Wegzug oder Tod berücksichtigt, sind dies monatlich rund 50 neue Einzelpersonen oder Familien , die zu uns stoßen”, erklärt Jutta Schlockermann.

Besonders erschüttert die Tafel-Vorsitzende, dass immer mehr ältere und alte Menschen sich bei der Tafel an der Clermontstraße melden. „Das ist nicht gerade einfach für diese Klienten”, weiß Jutta Schlockermann. Ältere Leute, stellt sie fest, seien besonders dankbar und freuten sich über Kleinigkeiten.

Die Spendenbereitschaft der Aachener Bürger und der Geschäftsleute sei konstant geblieben, „was uns einigermaßen frei atmen lässt.” Auf diese Zuwendungen sei die Tafel aber auch angewiesen, „schließlich haben wir Kosten, die wir decken müssen”, sagt die Tafel-Chefin und zählt auf: „Da ist Strom zu bezahlen, Ladenmiete und Nebenkosten sind zu entrichten, auch Sprit für unseren Lieferwagen, mit dem wir Lebensmittelspenden abholen.” Dankbar ist die resolute Frau den ehrenamtlichen Mitarbeitern, die beispielsweise den Kühltransporter fahren oder die freundlich und zuverlässig im Laden aushelfen.

Wer der Tafel in der Clermontstraße 10, 0241/9977474, eine Geldspende zukommen lassen will, überweist diesen Betrag bitte auf das Konto 623508013 bei der Aachener Bank, BLZ: 39060180.

„Nachrichten” und WDR unterstützen die Weihnachtskistenaktion

Die „Aachener Nachrichten” und der WDR unterstützen auch in diesem Jahr wieder die Weihnachtskisten-Aktion der Aachener Tafel. Damit soll für arme Menschen ein festliches Weihnachtessen ermöglicht werden. Gut ist alles, was über die Weihnachtstage die Speisekammer füllt.

Geeignet sind aber nur gut verpackte, haltbare Lebensmittel, wie Konserven, Dauerwurst, Süßwaren (Stollen, Printen, Schokolade), Kaffee, Tee, Speiseöl in unzerbrechlichen Flaschen, Nudeln oder ähnliches. Auch Wein in Flaschen ist kein Problem, ebenso wenig Tabakwaren. Nicht geeignet sind frisches Obst, Butter, Eier, Frischkäse oder Frischfleisch, da eine ordnungsgemäße Lagerung nicht gewährleistet ist. Ein Gutschein von einer Fleischerei ist aber kein Problem.

Auch sollte eine stabile Kartonkiste verwendet werden, am besten mit zwei Griffen.

Am Mittwoch, 15. Dezember, können die gepackten Kisten von 10 bis 18 Uhr im Ballsaal des Alten Kurhauses, Komphausbadstraße 19, abgegeben werden. Am Donnerstag, 16. Dezember, werden die Kisten von 10 bis 16 Uhr von den Tafelkunden in Empfang genommen.
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