Auch der Osten soll fit werden fürs Rad

Von: Werner Czempas
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Bislang gibt es auf dem Adalbertsteinweg keinen Schutzstreifen für Fahrräder. Das soll sich ab 2014 ändern. Foto: Harald Krömer

Aachen. Schon seit 1989 macht sich Aachen auf den Weg zur fahrradfreundlichen Großstadt. Rund 310 Kilometer umfasst mittlerweile das städtische Radverkehrsnetz mit Radwegen, Radfahrstreifen und freigegebenen Wegen. Netzlücken am Graben- und Alleenring sind weitgehend geschlossen. Am Aachener Osten ging diese Entwicklung allerdings vorbei.

Das Ostviertel wurde stiefmütterlich behandelt. An den Hauptverkehrsstraßen gibt es kaum Radverkehrsanlagen. Das soll ab 2014 anders werden. Die Bezirksvertretung Aachen-Mitte beschäftigte sich jetzt mit dem Projekt „Radverkehrsanlagen Aachen-Ost“. In einer von ihm in gewohnt zündender Manier vorgetragenen Rede erläuterte der Aachener Stadt- und Verkehrsplaner Ralf Kaulen seine Vorstellungen. Die einleitend erste „frohe Botschaft“: Die klare Förderung des Fahrradverkehrs im Ostviertel gehe nicht zu Lasten des Kfz-Verkehrs. Die Planung könne „komfortabel“ umgesetzt werden und passe sich harmonisch ein. Es handele sich ausschließlich um „markierungstechnische Maßnahmen“, die kostengünstig und schnell umzusetzen seien. Immerhin: Markierungen, vereinzelt doch notwendige Umbauten und Änderungen an Ampeln sind mit 463.000 Euro kalkuliert.

Zwei Varianten der Schutzstreifen

Kaulens Planung umfasst die Abschnitte Adalbertsteinweg (Justizzentrum bis Josefskirche, Josefskirche bis Bismarckstraße), Stolberger Straße (Adalbertsteinweg bis Hohenzollernplatz, Hohenzollernplatz bis Breslauer Straße), Joseph-von-Görres-Straße (Europaplatz bis Peliserkerstraße, Peliserkerstraße bis Hohenzollernplatz), Sedanstraße und Peliserkerstraße (Aretzstraße bis Joseph-von-Görres-Straße). In diesen Abschnitten sollen Schutzstreifen (vom Kfz-Verkehr überfahrbarer, mindestens 1,25 Meter breiter Streifen) markiert werden. Bei entsprechender Fahrbahnbreite sollen die Schutzstreifen zusätzlich ergänzt werden durch 50 Zentimeter breite Sicherheitstrennstreifen, die dem Fahrradfahrer einen sicheren Abstand zu parkenden Autos bieten. Als Variante werden Radfahrstreifen markiert, mindestens 1,50 Meter breit plus ein Sicherheitstrennstreifen.

An Knotenpunkten mit Ampeln soll für Radler das indirekte Linksabbiegen mit zusätzlichen Aufstellbereichen möglich sein. Dabei fahren Radfahrer zunächst rechts neben dem geradeaus fahrenden Kfz-Verkehr über die Kreuzung, warten in einem Aufstellbereich und überqueren anschließend die Fahrbahn, aus der sie nach links abbiegen wollen, parallel mit den Fußgängern. Schutz- oder Radfahrstreifen werden an „Weichen“ vor kritischen Kreuzungen rot eingefärbt, wodurch beim Spurwechsel Rad- und Autofahrer aufeinander aufmerksamer werden sollen.

Geplant ist, stadtauswärts auf dem Adalbertsteinweg ab Justizzentrum die Busspur für Radfahrer bis zur Einmündung Kirberichshofer Weg freizugeben. Um Radler sicher von der Busspur aus der Innenstadt in die Stolberger Straße zu führen, ist ein separater Schutzstreifen für Linksabbieger neben dem Kfz-Verkehr erforderlich. Ab Justizzentrum wird deshalb nur noch eine Linksabbiegespur auf dem Adalbertsteinweg eingeplant. Auch auf der Stolberger Straße soll der Verkehr nur noch einspurig in Richtung Hohenzollernplatz geführt werden. Vom Verkehrsaufkommen sei das, wie eine Zählung belege, machbar.

Planer Ralf Kaulen rät zu einer umfassenden Öffentlichkeitsarbeit, „am besten zweisprachig, um alle Bürger mitzunehmen“. In der Bezirksvertretung wollten die Politiker noch nicht ins Detail gehen, es herrsche noch Diskussionsbedarf. Kaulen bot an, seine Pläne auch in den Fraktionen vorzustellen. Über die „Radverkehrsanlagen Aachen-Ost“ soll der Mobilitätsausschuss am 6. Juni entscheiden.

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