Aachen - Auch der OB spielt beim Hörbuch-Krimi mit

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Auch der OB spielt beim Hörbuch-Krimi mit

Von: Martina Rippholz
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Standen gestern gemeinsam am M
Standen am Montag gemeinsam am Mikro: OB Marcel Philipp und die Kinder der OT Gut Kullen, (v.l.) Nadja, Hannah, Lisa und Julia. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Von Aachen nach Amerika, und das an einem Nachmittag - diese straffe Dienstreise hat Oberbürgermeister Marcel Philipp am Montag auf sich genommen. Für eine knappe halbe Stunde übernahm er kurzerhand das Amt des Stadtoberhaupts von Los Angeles.

Als solcher empfing er fünf Kinder in seinem kalifornischen Rathaus, um sie dann in einer Cadillac-Limousine zu einem Vier-Sterne-Restaurant zu fahren.

Naja, ganz so war es dann doch nicht. Das alles ist natürlich Fiktion. Und zwar die von Uli Grande und seiner Geschichten-AG. Der Leiter der Offenen Tür Gut Kullen und seine Gruppe - Julia, Daniel, Lisa, Hannah und Nadja, alle zwischen 10 und 13 Jahren alt - nehmen derzeit im Tonstudio der Eurojugend, bei Radio Ragazzi, ein neues Hörspiel auf.

Spontan zugesagt

„Rache am Teufel” lautet der Titel der Krimi-Story, in der OB Philipp eine von insgesamt 24 Rollen spricht - die des Bürgermeisters Mr. Coleman: „Ich bin sehr nett gefragt worden. Da habe ich spontan zugesagt, dass ich vorbei komme, sobald ich Zeit finde.” Am Montag war es dann soweit. Pünktlich um 15 Uhr stand der Oberbürgermeister an seinem Geburtstag im kleinen Studio in der Bendstraße, bereit für seine erste Rolle als Hörbuchsprecher. „Ich habe zwar hier schon Interviewfragen beantwortet. Aber das ist was ganz Neues für mich.”

Anzumerken war das dem Politiker allerdings kaum. Flott und fehlerfrei sprach er seinen Text ins Mikro, und das auch noch vorheriges Üben, wie er leise verriet. Ein paar Anweisungen gabs im Vorfeld aber schon. Von Radio Ragazzi-Leiterin Sylvia Opielka und von den Kindern, die in den vergangenen Monaten schon zu kleinen Hörspiel-Profis geworden sind. So erklärte Hannah dem OB, wofür man die Kopfhörer braucht. Und Julia gab den Tipp, bei einem Versprecher einfach eine kurze Pause zu machen und neu anzusetzen.

Allzu oft war das aber nicht nötig. Weder beim OB, noch bei Nadja, Hannah, Lisa und Julia. Schließlich haben die vier gemeinsam mit Uli Grande und ihrem Mitstreiter Daniel - der am Montag nicht dabei sein konnte - nun schon rund sechs Monate jeden Montag für zwei Stunden im Tonstudio an ihrem Hörspiel gearbeitet. Die Vorarbeit reicht sogar schon eineinhalb Jahre zurück. Das Geschichten erzählen und gemeinsam erarbeiten noch viel länger.

„Seit einigen Jahren habe ich während der Ferienspiele der OT Gut Kullen frei erfundene Geschichten erzählt”, berichtete Grande. „Aus Märchengeschichten wurden nach und nach Piraten- und Entführungsgeschichten. Und dann haben sich die Kinder immer mehr selbst eingebracht.” Vor zwei Jahren sei dann die Geschichten-AG entstanden, die sich jeden Freitag für eine Stunde trifft. Ein Krimi ist bereits daraus hervorgegangen. Darin überführen die AG-Kinder eine Mafia-Bande auf einem Kreuzfahrtschiff.

Mordversuch im Theater

„Rache am Teufel” ist nun die Fortsetzungsstory. Die kleinen Helden werden zum Dank nach Los Angeles eingeladen. Dort nehmen sie an einem Casting in einem großen Theater teil. Doch der Kurzurlaub wird erneut zum Krimi. Ein Schauspieler wird im Bühnen-Keller angeschossen. Wieder ermitteln die Kinder.

Im realen Leben, also im Tonstudio in der Bendstaße, haben sie die Sprech-Aufnahmen nun fast im Kasten. Sie haben die Teamarbeit sehr genossen. „Es hat viel Spaß gemacht, alles selbst zu planen und umzusetzen”, erzählte Nadja. „Am Anfang war es komisch, sich selbst zu hören, aber man gewöhnt sich dran”, sagte Julia. Besonders gern erinnern sich die Mädchen an die Pannen und Diskussionen. „Im Schnitt haben wir das dann alles gehört. Das war schon lustig.”

Beim Besuch von Oberbürgermeister Marcel Philipp hielten sich die Schülerinnen mit lautstarken Diskussionen allerdings etwas zurück. Bei den nächsten Aufnahmeterminen könnte das wieder anders sein. Denn die Geräusche müssen nun noch vertont werden. Noch vor den Sommerferien soll das Hörspiel dann veröffentlich werden. Die Hälfte des Verkaufserlöses will die Geschichten-AG an den Förderkreis „Hilfe für krebskranke Kinder” spenden.
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