Auch das berühmte „Gläschen“ist für Schwangere tabu

Von: mas
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Die Präventionswoche zum Thema Alkohol in der Schwangerschaft stößt auf großes Interesse. Im Depot Tal­straße veranschaulicht auch eine „künstliche Gebärmutter“ die Gefahren. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sie sind klein, untergewichtig und haben neben zu dünnen Armen und Beinen einen zu kleinen Kopf. Das sind nur einige Merkmale von Neugeborenen, die durch Alkoholkonsum während der Schwangerschaft geschädigt wurden. In Deutschland wird ungefähr jede Stunde ein Kind mit dem Fetalen Alkoholsyndrom (FASD) geboren.

„Das muss nicht sein“, meint Dr. Josef Michels, Gesundheitsamt der Städteregion. „Diese Schäden wären zu 100 Prozent vermeidbar“, sagt er und setzt mit einer ganzen Reihe von Akteuren auf Prävention. „Alkohol in der Schwangerschaft geht gar nicht, auch das berühmte ‚Gläschen‘ ist nicht erlaubt“, sagen die Fachleute. Denn schon geringe Mengen von Alkohol können beim Ungeborenen große Schäden hervorrufen.

Alle Jugendämter in der Städteregion, das Gesundheitsamt, FASD Deutschland und sogar die Polizei machen sich jetzt als Netzwerk „Im Blick“ gemeinsam stark, um auf das Problem aufmerksam zu machen und haben eine Präventionswoche für Schulklassen organisiert. Die erfahren in einer „künstlichen Gebärmutter“ alles über die Entwicklung des Ungeborenen während der Schwangerschaft und werden auch mit den Folgen des Alkoholkonsums in dieser Zeit konfrontiert.

Viele schlimme Folgen

Eine kleine Puppe zeigt alle Symptome eines FASD-Kindes. „Diese Kinder können später in der Regel nicht selbstständig leben“, sagt Dr. Wendelina Wendenburg vom Verein FASD Deutschland. Neben den äußerlichen Merkmalen zählen auch Störungen des Zentralen Nervensystems wie Epilepsie, Hyperaktivität, fehlende Impulskontrolle, verminderte Intelligenz, Rechenschwäche und die Unfähigkeit, das eigene Handeln zu planen, zu den Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft. Und auch wenn die Einschätzung, ein Gläschen sei erlaubt, durchaus noch verbreitet sei, sind sich die Fachleute einig: „Kein Tropfen Alkohol während der Schwangerschaft.“

Dass die Schulen mit Interesse auf die Präventionswoche reagiert haben, wertet Heinrich Brötz, Leiter des Fachbereichs Kinder, Jugend und Schule, als gutes Zeichen. Schließlich sollen die Informationen vor allem Schüler und Schülerinnen erreichen. „Und das ohne erhobenen Zeigefinger“, wie Markus Terrodde, Dezernent für Bildung, Jugend und regionale Entwicklung der Städteregion, meint.

Die Organisatoren setzen vor allem auch auf die unmittelbare Konfrontation mit den Folgen des Alkoholkonsums während der Schwangerschaft. „Und schon geringe Mengen können Schäden beim Fötus hervorrufen“, sagt Michels. Außerdem ergänzen verschiedene Vorträge das Programm. Und im Rauschparcours können die Schüler und Schülerinnen die Auswirkungen des Alkohols spielerisch testen.

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