Auch beim Abschied bleibt Eberhard Büchel bescheiden

Von: Georg Dünnwald
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Am Mittwoch sagt Eberhard Büchel leise Servus: Nach 20 Jahren an der Spitze des Bezirks zieht sich der Bezirksbürgermeister von Kornelimünster/Walheim nun zurück. Foto: Harald Krömer

Kornelimünster/Walheim. „20 Jahre reichen“, sagt Eberhard Büchel. Denn 20 Jahre lang stand er dem Bezirk Kornelimünster/Walheim zunächst als Vorsteher und zuletzt als Bezirksbürgermeister, vor. Jetzt, mit 63 Jahren, will Büchel es etwas ruhiger angehen lassen.

„In ein paar Parteigremien mische ich noch mit, aber größtenteils ziehe ich mich zurück“, sagt der CDU-Politiker. Auch in seiner Kanzlei will der Rechtsanwalt nur noch mit halber Kraft seine juristischen Dienste anbieten. „Jetzt habe ich endlich Zeit, mich um Dinge zu kümmern, die immer zu kurz gekommen sind“, atmet er sichtlich erleichtert auf. „Auch wenn irgendwie doch ein gemischtes Gefühl übrigbleibt.“

Künftig wird er mit Ehefrau Deli häufig auf Tour sein. Dann wird er die vielen Eifelorte besuchen, die er immer mal sehen wollte. Früher, „das ist schon lange her“, hat er Orgel gespielt. „Ob das jetzt noch klappen würde, glaube ich kaum“, kommentiert er das ehemalige Hobby, das er eine Zeit lang regelmäßig ausübte. „In St. Donatus in Brand habe ich sonntags die Messe begleitet“, erzählt er. Aber seinem zweiten Hobby, der Astronomie, bleibt er treu und hat auch endlich die Zeit dafür, die Sterne zu beobachten.

Eberhard Büchel entstammt einer Bürgermeister-Dynastie. Sein Großvater war von 1948 bis zu seinem Tod im Jahr 1961 Bürgermeister von Walheim. Sein Vater stand der Gemeinde Walheim von 1964 bis zur kommunalen Neuordnung 1972, als Walheim trotz erbitterten Widerstands Aachen eingemeindet wurde, als Bürgermeister vor. Seither ist Walheim, der Ort in dem Büchel nach wie vor zu Hause ist, ein Teil des Stadtbezirks Kornelimünster/Walheim.

„Der Schrägstrich zwischen den Ortsnamen soll verdeutlichen, dass Walheim gleichrangig neben Kornelimünster im Stadtbezirk ist“, erklärt der Noch-Bezirksbürgermeister. Denn ab kommenden Mittwoch, 11. Juni, wird der südliche Stadtbezirk einen neuen Bezirksbürgermeister bekommen. Büchel ist sich sicher, dass in der konstituierenden Sitzung der Bezirksvertretung Jakob von Thenen zu seinem Nachfolger gewählt werden wird. Er selbst wird an diesem Tag in den Reihen der Zuschauer sitzen, „am Tisch der Bezirksvertreter haben ich dann nichts mehr zu suchen“, sagt Büchel mit der ihm eigenen Bescheidenheit, mit der er auch stets die Sitzungen der Bezirksvertretung leitete. Aber er ist auch stolz auf das, was er mit auf den Weg gebracht hat. Die Baugebiete „Kornelimünster-West“ und „Lich­tenbusch-Innenbereich“ bescherten dem Stadtbezirk zahlreiche wichtige Wohnungen.

Als Bezirksbürgermeister stand er zwar in den zehn Ortschaften seines Bezirks fast immer im Mittelpunkt, „aber gebraucht habe ich das nicht“. Deshalb werde es ihm leicht fallen, nicht mehr bei den vielen Veranstaltungen dabei zu sein. „Ich kann und darf dem neuen Bezirksbürgermeister nicht die Show stehlen.“ Deshalb gab sich der Politiker konsequent. Auch auf sein Ratsmandat verzichtete Büchel. Statt seiner wird Jakob von Thenen das Ratsherren-Amt bekleiden.

Büchel: „Das Amt war schon anstrengend. Die zehn Ortschaften sind unterschiedlicher, als manche meinen. Neun Schützenvereine gibt es, vier Karnevalsvereine, diverse Musikzüge, die Big Band Nütheim-Schleckheim, die Musikschule. Im Inda-Gymnasium werden auch Veranstaltungen angeboten“, sagt er über die Belastung des obersten, aber ehrenamtlich tätigen Bezirkspolitikers.

Und weil er sich zurückhalten will, wird er auch nicht bei der Eröffnungsmesse des Historischen Jahrmarkts am 18. Juni in St. Kornelius dabei sein. „Da bin ich ohnehin mit der Senioren-Union in Berlin.“

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