ATSC Blau-Silber: Volle Konzentration bei voller Lautstärke

Von: Daniel Gerhards
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Anspannung in der Kabine: Bevor die Tänzer vom ATSC Blau-Silber ins Scheinwerferlicht der Halle an der Neuköllner Straße treten, gehen sie noch einmal die trainierten Abläufe durch. Foto: René Schoelzel

Aachen. Wenige Minuten bleiben den Tänzern bis zu ihrem Auftritt. Im Kabinengang hören die Sportler vom ATSC Blau-Silber Aachen die Musik der Formation, die vor ihnen tanzte. Die acht Tanzpaare der Bundesliga-Formation gehen tief in sich. Gerade lief in der Kabine noch einmal die Musik, zu der sie in wenigen Minuten tanzen werden.

„Wir gehen den kompletten Ablauf noch einmal mental durch”, erklärt Tänzerin Sabine Zits, 25 Jahre. „In dieser Phase ist man extrem konzentriert”, sagte ihr Tanzpartner Lukas Spychalski, 27 Jahre. Der ATSC Blau-Silber richtet an diesem Abend das Auftaktturnier der Bundesliga aus.

Dann geht es hinaus in die proppenvolle Halle an der Neuköllner Straße. Nun müssen die Tänzer alles um sich herum ausblenden. „Man ist total im Tunnel. Wir konzentrieren uns voll auf die Abläufe, die wir trainiert haben”, haben Zits und Spychalski zuvor erklärt. Sie zeigen, wofür sie in den letzten Monaten hart trainiert haben.

„Potstirer”, „Bodenwischer”, oder „Roundabout” heißen die rasanten Drehungen - echte Herausforderungen für die Tänzer. Dazu müssen die lateinamerikanischen Tanzschritte aus Cha-Cha-Cha, Rumba oder Samba perfekt sitzen. Sechs Minuten lang brennen sie ihr tänzerisches Feuerwerk auf dem gut 120 Quadratmeter großen Parkett ab.

Dort zeigten bereits die Weltmeister vom Grün-Gold-Club Bremen, wie es geht: Exakte Synchronität bei Drehungen und starke tänzerische Leistungen der einzelnen Sportler waren eine Klasse für sich. Ganz vorne mischte auch die FG Aachen/Düsseldorf mit. „Unser Augenmerk liegt stark auf der Technik. Daran haben wir primär gearbeitet”, erklärt Trainer Oliver Seefeldt. Mit Erfolg, wie das Ergebnis zeigt.

Tanzen auf Bundesliga-Niveau ist körperlich enorm anstrengend. „Das ist schon ein sportliche Höchstleistung”, erklärt Spychalski. Das belegen Laktat- und Pulsmessungen bei den Sportlern. Den großen Einsatz der Tanzpaare feiert das Publikum mit Applaus und lautstarken Anfeuerungsrufen.

Vor heimischem Publikum ist der Jubel beim Auftritt der Aachener Formation natürlich besonders groß. „Das Publikum pusht uns richtig. Das bringt uns richtig auf Touren”, sagt Lukas Spychalski nach dem ersten Durchgang.

Publikum und Musik sind so laut, dass die Tänzer selbst ihren Trainer, der stets in der ersten Reihe sitzt, nicht wahrnehmen. Gleich am Rand des Parketts unterstützt auch Oliver Seefeldt seine Schützlinge der FG Aachen/Düsseldorf. „Die Energie kommt schon bei den Tänzern an. Und sie würden es auch merken, wenn man einfach ruhig da säße.” Auch die Gesten des Trainers sehen die Aktiven höchstens aus dem Augenwinkel, denn der Blick geht ohnehin hinauf zum Publikum und zum Kampfgericht, das in der letzten Reihe der Zuschauerränge steht.

Da die Juroren wegen des besseren Überblicks einigen Abstand brauchen, erinnern Schminke und Mimik der Tänzer aus der Nähe ein wenig an eine Maske. Das muss so sein, denn sonst wäre beides aus der Entfernung nicht wahrzunehmen.

Um sich für den Tanz herzurichten, braucht Lukas Spychalski etwa 90 Minuten. Bei Sabine Zits dauert es „ein wenig länger”, wie sie mit einem Augenzwinkern verrät. Und der Selbstbräuner arbeitet schon seit einigen Tagen auf ihrer Haut. Zudem werden die Haare mit Karnevalsspray pechschwarz gefärbt. So stehen in der Kabine neben den Sporttaschen Farben und Schminke.

Nun wird es wieder ruhig in der Kabine, Turnschuhe werden gegen die Tanzschuhe getauscht, die Musik beginnt, die Vorbereitung auf den zweiten Durchgang läuft.
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